"Die Beträge wirken kleiner" Statistik: Eier und Milch sind am häufigsten "Bio"

Laut einer aktuellen Marktstudie greifen die deutschen Verbraucher bei Eiern besonders gern zu "Bio". Bei anderen Produkten sieht es weniger gut aus. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln wächst in Deutschland seit Jahren stetig, wie eine aktuelle Statistik zeigt. Doch nicht alle Produkte sind gleichermaßen vom Bio-Boom betroffen. 

Wie aus der Statistik hervorgeht, die auf Zahlen des "GfK-Haushaltspanels" basiert, lag der Anteil an Bio-Produkten im Einkauf privater Haushalte 2018 mit 12,6 Prozent besonders hoch. Auch die Milch schneidet mit 8,7 Prozent Bio-Anteil recht gut ab. Es folgen Speiseöl und Frischgemüse mit 7,8 und 6,9 Prozent. Weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landen Käse (2,8 Prozent) und Fleisch (2,1 Prozent).

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Einkaufsverhalten beeinflusst die Produktion

Diese deutliche Kluft ist laut Anja Schwengel-Exner von der Verbraucherzentrale Bayern (VZB) wohl am ehesten mit recht banalen Fragen der Verfügbarkeit zu erklären. Es gebe schlicht deutlich weniger Bio-Betriebe als regulär wirtschaftende, so dass natürlich prozentual weniger Bio-Produkte überhaupt in den Supermarkt-Regalen landen würden. "Und natürlich beeinflusst auch das Einkaufsverhalten, wie produziert wird – und umgekehrt", so Schwengel-Exner weiter. "Würden die Menschen mehr Bio-Fleisch und Bio-Käse kaufen, dann würden auch mehr Betriebe umstellen." 

Hinzu kommt für die VZB-Sprecherin außerdem, dass sich der "Bio-Aufschlag" beim Preis von Eiern und Milch deutlich weniger bemerkbar machen würde als etwa beim Fleisch. "Ein Liter reguläre Milch kostet vielleicht 65 Cent, bei Bio-Milch sind es dann 99 Cent oder auch mal 1,99", erklärt sie. Ein Kilo Rindfleisch aus regulärer Haltung könne man dagegen schon für 9,90 Euro oder weniger bekommen, während die Bio-Variante auch mit 39,90 oder mehr zu Buche schlagen könne. "Die Beträge wirken bei Milch und Eiern also generell kleiner", so Schwengel-Exner weiter. 

Lebensmittelskandale spielen eher keine Rolle

Dass die Skepsis der Verbraucher gegenüber Nahrungsmitteln aus konventioneller Produktion aufgrund zahlreicher Lebensmittelskandale dafür sorgen könnte, dass die Menschen dauerhaft zur Bio-Variante greifen, sei eher nicht zu beobachten. Zwar sei festzustellen, dass große Skandale wie etwa die BSE-Epidemie um die Jahrtausendwende deutlichen Einfluss auf das Kaufverhalten hätten. "Aber das verpufft bei vielen auch schnell wieder, wie sich beim Rindfleisch heute zeigt." Langfristige Auswirkungen auf das Kaufverhalten seien für den Großteil der Käufer eher nicht anzunehmen.

Milliardenumsatz mit Bio-Produkten

Was auch immer die Gründe der Konsumenten sein mögen: Die Bio-Lebensmittelbranche boomt seit Jahren. Wie eine weitere Statistik zeigt, die auf Angaben des "Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft" (BÖLW) basiert, ist der Umsatz mit ökologisch erzeugten Produkten in Deutschland seit der Jahrtausendwende stetig gewachsen. Im Jahr 2018 hat die Bio-Branche demnach 10,9 Milliarden Euro umgesetzt, fast fünf Milliarden mehr als noch 2010. In den letzten 20 Jahren hat sich der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln somit mehr als verfünffacht, wie die Grafik zeigt.

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