Die besten Wellen und Walzen sammeln Raphael Scheu fährt zur Kajak-Freestyle-Weltmeisterschaft

Drei Kajaks hat Raphael Scheu mittlerweile zu Hause. Nach seinem Abitur dieses Jahr reist er nach Kanada zur Kajak-Freestyle-Weltmeisterschaft. (Foto: privat) Quelle: Unbekannt

Spektaktulär und gefährlich sieht es aus, wenn Raphael Scheu in seinem Kajak über das Wasser gleitet und sich dabei überschlägt. Risikoreich findet der Straubinger seinen Sport aber nicht: "Das Schlimmste kann eine verrissene Schulter sein. Das Verletzungsrisiko beim Fußball ist viel größer."

Vor vier Jahren hat Raphael das Kajak-Fieber gepackt. Der heute 18-Jährige ist Kajak-Freestyler. Bei Wettbewerben geht es darum, mit dem Kajak möglichst viele und spektaktuläre Kunststücke auf dem Wasser zu zeigen. Dazu nutzen die Fahrer die Dynamik des Wassers, also Wellen und Walzen.

Wellen kommen in fließenden Gewässern weniger vor, dafür aber viele Walzen. Eine Walze ist eine Strömung im Fluss, die, wenn sie auf ein Hindernis trifft, nach unten wegdriftet. An der Oberfläche strömt das Wasser zurück. Es ensteht eine Art Strudel. Raphael trainiert viel auf Walzen, deswegen findet er Tricks auf Wellen etwas schwerer. Er trainiert seine Tricks in Plattling auf der Isar. Dort ist das Wasser nicht so ruhig wie auf der Donau in Straubing. Zweimal ist er Deutscher Meister in der Juniorenklasse geworden, 2013 wurde er siebter bei der Junioren-Weltmeisterschaft. Auch in diesem Jahr hat sich der 18-Jährige für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Sein Ziel: "Ich will definitiv ins Finale kommen, also unter die besten Fünf. Leider ist die WM in Kanada auf Wellen. Das kann ich hier in Deutschland nur wenig trainieren. Wäre der Wettkampf auf Walzen, wäre mein Ziel die Top Drei. "

Um trotzdem gut vorbereitet zu sein, fliegt Raphael Ende Juli nach Kanada. "Mit drei Freunden aus dem Nationalteam reisen wir zwei Wochen rum. Dabei wollen wir die besten Wellen und Walzen Kanadas mitnehmen. Dann stößt das restliche Team dazu und wir trainieren gemeinsam für die WM." Die Reise durch Kanada muss sich der Gymnasiast noch hart verdienen. Erst steht das Abitur vor der Tür. Das hat für Raphael Priorität. Seit er sich auf seine Prüfungen vorbereitet, hat er das Kajak-Training von fünfmal die Woche auf einmal reduziert.

Denn Raphael will einen guten Schnitt schaffen. Er möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten und Medizin studieren. Sein Plan B ist Chemie-Ingenieurwesen. Das Kajakfahren will er weiter als Hobby betreiben - wenn auch ehrgeizig und leistungsorientiert.

Raphaels sportliches Vorbild:

"Ich finde den Stil des Engländers Bran Orton faszinierend. Seine Saltos sind unglaublich hoch und er fährt viele gute Kombos. Das heißt, er verbindet die Moves gut miteinander."

 
 
 

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