DFB-Team dabei So funktioniert die Nations League der Uefa

Im Klub Kollegen, in den Nationalteams Gegner: Corentin Tolisso (li.) für Frankreich, Mats Hummels für Deutschland, beide vom FC Bayern. Foto: imago/Ulmer

Am Mittwoch zieht die Uefa in der Auslosung die Gruppen für ihre neue Nations League. Das DFB-Team erwartet hochklassige Gegner. Warum der Wettbewerb als Umweg zur EM 2020 dient. Und auf welche spannenden Kontrahenten Deutschland treffen kann. Die AZ hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

München - Früh im Jahr wird es spannend rund um das DFB-Team: An diesem Mittwoch (24. Januar) ab 12 Uhr wird beim europäischen Fußballverband Uefa die neugeschaffene Nations League für Nationalmannschaften ausgelost.

Mit dabei: Weltmeister Deutschland. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw erwartet echte Hammergegner, zum Beispiel Vize-Europameister Frankreich um Superstar Antoine Griezmann von Atlético Madrid. Doch worum geht es bei der Nations League eigentlich? Auf wen kann das DFB-Team noch treffen? Und wie ist über die Nations League selbst eine Qualifikation für die EM 2020 möglich? Ein Überblick:

So funktioniert die Nations League

Wie die Fußball-Fachseite die-mannschaft.blog schreibt, wird die Nations League in vier Ligen unterteilt - eine Liga A, B, C und D. Diese Ligen wurden für die Spielzeit 2018/19 gemäß Uefa-Koeffizienten, ergo der Rangliste in Europa, eingeteilt. Die Ligen haben wiederum einzelne Gruppen. Jede Liga spielt für sich einen Sieger aus, wobei die Rangfolge A bis D freilich auch die Qualität der jeweiligen Liga ausdrückt. 

Markant: Es wird Auf- und Absteiger geben. Wie die Uefa schreibt, soll die Nations League durch diesen spannenden Modus den Nationalmannschaftsfußball zwischen den großen Turnieren aufwerten.

Der Spielplan: Das ist der Modus der Nations League

Gespielt wird die Gruppenphase an drei Doppel-Spieltagen im Herbst. Es gibt in jeder Gruppe in jeder Liga jeweils ein Hin- und Rückspiel. Vereinfacht: In Liga A gibt es vier Gruppe à drei Mannschaften. Jedes Land spielt also zweimal gegen das jeweils andere Nationalteam.

In Liga A werden vier Gruppen à drei Teams gelost; für Liga B gilt dasselbe; in Liga C wird es dagegen drei Gruppen à vier Mannschaften und eine Gruppe mit drei Mannschaften geben. Und in Liga D spielen vier Mannschaften in vier Gruppen jeweils ihre Gruppensieger aus.

Die Gruppensieger ziehen in allen Ligen in eine Endrunde mit zwei Halbfinals und einem Finale ein. Aus jeder Liga wird es vier Absteiger (die Gruppenletzten) sowie aus den Ligen B, C und D vier Aufsteiger (die Gruppensieger) in die jeweils nächsthöhere Klasse geben. Laut Uefa sieht der Spielplan für die Saison 2018/19 in der Nations League wie folgt aus:

1. Spieltag: 6.-8. September 2018

2. Spieltag: 9.-11. September 2018

3. Spieltag: 11.-13. Oktober 2018

4. Spieltag: 14.-16. Oktober 2018

5. Spieltag: 15.-17. November 2018

6. Spieltag: 18.-20. November 2018

Endrunden-Auslosung: Anfang Dezember 2018

Endrunde: 5.-9. Juni 2019

In welcher Liga tritt das DFB-Team an?

In Liga A. Schließlich lag Deutschland laut Uefa-Koeffizienten im Oktober 2017 auf Platz eins. Europameister Portugal, Belgien und Spanien folgten auf den weiteren Plätzen. Wie das Fußball-Fachportal die-mannschaft.blog weiter erklärt, sind Duelle mit diesen Mannschaften in der Vorrunde deshalb ausgeschlossen, weil diese für die Auslosung ebenfalls in Lostopf eins kamen.

Möglich sind dagegen Spiele gegen Frankreich, England, die Schweiz oder Italien (Lostopf 2) sowie Polen, Island, Kroatien oder die Niederlande (Lostopf 3). Die Nations League hat gemäß dieser Konstellation locker das Niveau einer Fußball-EM, eher ein besseres.

So sehen die Lostöpfe der Nations League aus

Die Lostöpfe geben mit Blick auf die Vorrunde die Anzahl und die Größe der Gruppen vor. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

Liga A: Vier Gruppen mit drei Teams

Topf 1: Deutschland, Portugal, Belgien, Spanien

Topf 2: Frankreich, England, Schweiz, Italien

Topf 3: Polen, Island, Kroatien, Niederlande

Liga B: Vier Gruppen mit drei Teams

Topf 1: Österreich, Wales, Russland, Slowakei

Topf 2: Schweden, Ukraine, Irland, Bosnien-Herzegowina

Topf 3: Nordirland, Dänemark, Tschechien, Türkei

Liga C: Drei Gruppen mit vier Teams, einmal drei Teams

Topf 1: Ungarn, Rumänien, Schottland, Slowenien

Topf 2: Griechenland, Serbien, Albanien, Norwegen

Topf 3: Montenegro, Israel, Bulgarien, Finnland

Topf 4: Zypern, Estland, Litauen

Liga D: Vier Gruppen mit vier Teams

Topf 1: Aserbaidschan, Mazedonien, Weißrussland, Georgien

Topf 2: Armenien, Lettland, Färöer, Luxemburg

Topf 3: Kasachstan, Moldawien, Liechtenstein, Malta

Topf 4: Andorra, Kosovo, San Marino, Gibraltar

Wie Nationalteams hierüber die EM 2020 erreichen können

Weiteres Schmankerl ist die mögliche Qualifikation über die Nations League für die EM 2020, die zum Jubiläum des Wettbewerbs Fußball-EM - absolut einmalig - interkontinental in zwölf verschiedenen Ländern ausgetragen wird.

Der Modus der Nations League sieht vor: Die jeweiligen Gruppensieger aus jeder Liga ziehen in Play-offs (März 2020) ein. Über diese können sie sich völlig losgelöst von den üblichen Play-offs für die EM 2020 qualifizieren. Sind Gruppensieger jedoch bereits über die eigentliche EM-Qualifikation qualifiziert, die auch noch ausgetragen wird, zieht das am nächstbesten platzierte Team der jeweiligen Liga in die Play-offs der Nations League ein. Notfalls eines aus der nächsten Liga.

Klingt kompliziert? ist es auch! Nicht umsonst gibt es erhebliche Kritik am neuen Wettbdewerb.

Gibt es Kritik an der Nations League?

Ja, und zwar reichlich! "Ich sehe die inflationäre Entwicklung von Wettbewerben der Nationalmannschaften grundsätzlich kritisch", sagte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern. "Wir brauchen nicht mehr Länderspiele, sondern weniger Länderspiele, denn die Spieler sind körperlich absolut am Limit. Wenn es keine Nations League geben würde, dann würde sie wohl auch niemand vermissen."

Und DFB-Boss Reinhard Grindel sah sich direkt veranlasst, den neuen Wettbewerb zu verteidigen. "Durch die Nations League gibt es kein einziges zusätzliches Spiel und es gibt damit auch keine zusätzliche Belastung für unsere Nationalspieler", sagte der DFB-Präsident. "Mit der Nations League wird ein zusätzlicher sportlicher Anreiz geschaffen. Statt Freundschaftsspiele, in denen es um nichts geht, sehen die Fans einen attraktiven Wettbewerb." Das ohne Zweifel. Die zusätzliche Belastung sei mal dahin gestellt.

 

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