Deutschland Über 200.000 Sparkassenkunden wurden Sparverträge gekündigt

Spitzenreiter bei Kündigungen sei Bayern, teilte das Portal biallo.de mit. Foto: Stefan Puchner/dpa

Für Prämiensparer in Deutschland ist 2019 nach einer Übersicht des Verbraucherportals biallo.de kein gutes Jahr gewesen. Allein in diesem Jahr wurden bisher mehr als 200.000 Sparkassenkunden aus ihren Sparverträgen gedrängt, wie aus einer Auswertung des Portals unter knapp 1.300 Banken und Sparkassen hervorgeht. Dabei handelt es sich um lukrative Sparverträge ohne feste Laufzeit, die nach 15 Jahren die Höchstverzinsung erreicht haben.

Spitzenreiter bei den Kündigungen sei Bayern, teilte das Portal am Sonntag mit. Im Freistaat hätten 34 Sparkassen Prämiensparverträge gekündigt. Es folgten Niedersachsen mit 13 und Nordrhein-Westfalen mit sieben Sparkassen. Seit Beginn der Kündigungswelle 2015 haben den Angaben zufolge insgesamt mehr als 90 Sparkassen Kündigungen verschickt.

Prämiensparverträge zeichnen sich durch eine vergleichsweise geringe variable Verzinsung aus, die mit nach Laufzeit gestaffelten Bonuszinsen ausgeglichen werden sollen. Viele dieser Sparverträge haben nach 15 Jahren die höchste Prämienstufe erreicht und dürfen gekündigt werden.

Im Mai hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe geurteilt, dass langjährige Prämiensparer die Kündigung ihrer Altverträge durch die Sparkassen hinnehmen müssen, wenn sie die einmal vereinbarte Bonusstaffel ausgeschöpft haben. In dem Fall hatten Kunden der Kreissparkasse Stendal in Sachsen-Anhalt geklagt, die drei entsprechende Verträge aus den Jahren 1996 und 2004 weiterführen wollten (BGH-Urteil vom 14. Mai 2019).

 

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