Deutschland Söder: Ganz Deutschland wendet Bayerns Corona-Fahrplan an

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident (CSU). Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa

Von diesem Donnerstag an wird in Bayern bei den Schutzauflagen gegen die Pandemie massiv gelockert. Der Freistaat sieht seinen Kurs nun in den gleichlautenden Ergebnissen der Bund-Länder-Beratungen bestätigt.

München/Berlin - Nach der Konferenz von Bund und Ländern zum neuen Corona-Fahrplan ändert sich in Bayern zunächst nichts. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich am Mittwochabend nach dem Ende der Videokonferenz sehr zufrieden mit den erzielten Beschlüssen: "Bayern hat den Trend gesetzt, unser beschlossener Fahrplan wird jetzt in ganz Deutschland angewendet", sagte der CSU-Chef in München. Es sei die richtige Balance aus Vorsicht, Freiheit und Hoffnung.

Söder betonte, dass Bayern noch zwei Dinge zusätzlich habe platzieren können: "Wir brauchen dringend nach dem Auslaufen aller Maßnahmen ein Notfall-Paket, ganz besonders für die Schulen. Dies ist jetzt übereinstimmende Meinung der Länder." Auf Wunsch von Bayern gebe es hier nun eine besondere Aufmerksamkeit, damit auch die Abschlussprüfungen der Schülerinnen und Schüler gut laufen könnten und es nicht zu einer "Durchseuchung" an den Schulen komme.

Zudem zeigte sich Söder zufrieden damit, dass die Quarantäne-Verordnungen bei Reisen verändert werden sollen. Gerade Familien mit Kleinkindern, die sich bisher nicht impfen lassen können, würden bei anstehenden Urlaubsreisen mit der aktuellen Regelung "hoch benachteiligt werden". Es sei nicht zeitgemäß, wenn man in ein Gebiet fahre, das derzeit zwar eine niedrigere Inzidenz als Bayern und Deutschland habe, aber dennoch noch auf der Liste der Hochrisikogebiete des Bundes stehe.

Bund und Länder hatten sich zuvor in der weitgehend unaufgeregten Konferenz auf einen Lockerungsfahrplan bis zum Frühlingsanfang geeinigt. Dieser sieht unter anderem vor, dass ab dem 20. März ein Großteil der Corona-Beschränkungen entfallen soll. Wann einzelne Einschränkungen konkret aufgehoben werden, ist abhängig vom Bundesland und davon, wie schnell jeweils die entsprechenden Corona-Verordnungen geändert werden. Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten sollten aber erhalten bleiben.

Einige Länder - darunter Bayern - haben bereits entsprechende Schritte eingeleitet. Hier hatte das Kabinett schon am Dienstag vor der Ministerpräsidentenkonferenz Lockerungen beschlossen, die ab diesem Donnerstag (17. Februar) gelten sollen. Darunter finden sich bereits Beschlüsse wie das Ende der Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene. Die momentan noch geltende Begrenzung auf zehn Personen fällt weg. Ist aber auch nur ein Nicht-Geimpfter dabei, bleibt es bis zum 19. März bei der geltenden Regelung: Treffen sind mit höchstens zwei Personen aus einem anderen Haushalt erlaubt. Darüber hinaus sollen auch die 2G-Zugangsbeschränkungen und Kontrollen beim Einkaufen enden.

"Wir können zuversichtlicher nach vorne schauen, als wir das in den letzten Wochen konnten", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Er sprach von einem "ganz besonderen Tag" in der Pandemie. Deutschland sei im Vergleich zu Nachbarländern besser durch die Omikron-Welle gekommen. Der Scheitelpunkt sei mittlerweile wohl erreicht.

Auch Ungeimpfte sollen dann im nächsten Schritt ab dem 4. März wieder in Restaurants und Hotels gehen dürfen. Voraussetzung ist die Vorlage eines Impf- oder Genesenen-Nachweises oder eines negativen Tests (3G). Sogar Diskotheken und Clubs dürfen dann wieder öffnen, allerdings zunächst nur für Genesene und Geimpfte mit zusätzlichem Test oder Booster-Impfung (2G plus).

Auch für Sportstadien und Konzerte werden die zulässigen Zuschauerzahlen erhöht. Stadien dürfen maximal zu drei Vierteln gefüllt werden, höchstens aber mit 25 000 Menschen. Drinnen dürfen es 60 Prozent Auslastung, aber maximal 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer sein. Der Zugang ist zunächst weiterhin auf Genesene und Geimpfte beschränkt. Ab dem 20. März sollen dann alle tiefgreifenderen Schutzmaßnahmen entfallen. Voraussetzung für alle Lockerungen ist immer die Situation in den Krankenhäusern.

© dpa-infocom, dpa:220216-99-159020/4

 
 
 

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