Rechtes Gedankengut und Gewaltfantasien Razzia gegen mutmaßliche Mitglieder eines Ku Klux Klans

Ku-Klux-Klan Mitglied (Symbolbild) Foto: EPA/Erik S. Lesser/dpa

Die Ermittler haben zu einem Schlag gegen eine Ku-Klux-Klan-Gruppierung in Deutschland ausgeholt. Die Verdächtigen sollen rechtem Gedankengut anhängen und Gewaltfantasien hegen.

Bei einer Razzia gegen mutmaßlich rechte Ku-Klux-Klan-Mitglieder sind Gebäude in acht Bundesländern durchsucht worden. Dabei hätten die Beamten mehr als 100 Waffen sichergestellt, teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt am Mittwoch in Stuttgart mit. Darunter seien Schreckschusswaffen mit Munition, Schwerter und Macheten sowie diverse Messer. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren. Sie sollen eine kriminelle Vereinigung unter dem Namen «National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland» gebildet haben.

«Die Mitglieder eint ihre rechte Gesinnung, die sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus äußert», teilten die Ermittler mit. Teile der Gruppen hätten Gewaltfantasien gehegt und geplant, sich zu bewaffnen. Insgesamt gehe es um 40 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet. Durchsucht wurden den Angaben zufolge zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Von Festnahmen oder Haftbefehlen war zunächst nichts bekannt.

Die Ermittler seien den Beschuldigten bei der Auswertung von Chatprotokollen eines Handys auf die Spur gekommen. Das Gerät war im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt worden. Die Anhänger seien unter anderem über das Internet rekrutiert worden - kommuniziert worden sei hauptsächlich über soziale Medien.

In Baden-Württemberg wurden den Angaben zufolge zwei Objekte im Landkreis Rastatt und ein Objekt im Rems-Murr-Kreis durchsucht. Bundesweit waren bei der Razzia rund 200 Polizisten im Einsatz. Sichergestellt wurden dabei auch elektronische Speichermedien, Computer und Handys, die nun ausgewertet werden sollen.

In Deutschland tauchen immer wieder Gruppen auf, die sich als Ku Klux Klan bezeichnen und sich in der Regel auf den Klan berufen, der in seiner ursprünglichen Form 1865 in den USA gegründet worden war. Der rassistische Ku Klux Klan verbreitete dort mit nächtlichen Überfällen in weißen Kutten und brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Im Südwesten durchleuchtete der Landtag einen Ku Klux Klan im Raum Schwäbisch Hall, in dem zeitweise auch zwei Polizisten Mitglieder waren. Zwei Untersuchungsausschüsse zur rechten Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) konnten aber keine Belege für direkte Verbindungen des Klans zu den NSU-Terroristen finden. Dem NSU werden zehn Morde zwischen 2000 und 2007 zugeschrieben, darunter an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn.

 

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