IG Metall protestiert gegen Pläne Stellenstreichung bei Osram – auch Regensburg betroffen?

, aktualisiert am 12.11.2019 - 15:00 Uhr
Übernahme mit Hindernissen bei Osram: Während die Chefetage des Unternehmens die Pläne von AMS lobt, protestiert die IG Metall. Foto: dpa

Osram will in Deutschland offenbar weitere Stellen abbauen. Das Unternehmen wolle 800 von derzeit 5.600 Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik streichen, heißt es in einer von der IG Metall verbreiteten Stellungnahme.

Darin erneuert die Gewerkschaft auch ihre Kritik am Plan des österreichischen Sensorspezialisten AMS, Osram zu übernehmen. Osram selbst hat dagegen empfohlen, die Offerte anzunehmen. Osram-Chef Olaf Berlien kommentierte die von der IG Metall genannte Zahl von 800 Stellen nicht. Er bestätigte aber, dass das Unternehmen weitere Anpassungen vorhabe.

Ob auch der Osram-Standort Regensburg von der Stellenstreichung betroffen ist, konnten die Funktionäre der IG Metall zunächst nicht sagen. Eine Einschätzung darüber sei schwierig, erklärte Walther Schneeweiß von der Bezirksleitung Bayern der IG Metall auf idowa-Nachfrage: „Das Unternehmen hat zunächst rechnerische Zielzahlen genannt, die es in den nächsten Tagen wohl auf die einzelnen Standorte herunterbrechen wird.“ Im Augenblick sehe es so aus, als ob in der Hauptsache am Standort München Arbeitsplätze wegfallen würden.

Man habe mit AMS eine umfangreiche Zusammenschlussvereinbarung getroffen, sagte Osram-Chef Olaf Berlien am Dienstag im Rahmen der Vorlage der Jahreszahlen des Münchner Unternehmens. "Wir haben uns nach intensiven Verhandlungen auf viele entscheidende Rahmenbedingungen für die Zukunft von Osram und unserer Mitarbeiter geeinigt." Darin ist unter anderem ein Schutz der Osram-Mitarbeiter vor fusionsbedingten Kündigungen bis Ende 2020 enthalten.

Finanziell waren für den Konzern, der unter der schwachen Nachfrage der wichtigsten Kundengruppe in der Autoindustrie leidet, sowohl das Gesamtjahr als auch das vierte Quartal schwierig. Die Umsätze von Oktober 2018 bis September 2019 sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im zweistelligen Prozentbereich. Parallel schrieb das Unternehmen tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr summiert sich der Verlust auf 467 Millionen Euro. Im 4. Quartal zog das Minus noch einmal deutlich auf 233 Millionen Euro an, nachdem Osram eine Wertberichtigung auf sein Gemeinschaftsunternehmen Osram Continental (OC) in Höhe von 171 Millionen Euro vorgenommen hatte.

Das aktuelle Übernahmeangebot von AMS für Osram läuft noch bis zum 5. Dezember. Die Österreicher bieten 41 Euro je Osram-Aktie. Im Vergleich zu ihrem ersten, gescheiterten Angebot haben sie den Preis damit nicht erhöht, allerdings wurde die Annahmeschwelle auf 55 Prozent gesenkt. Das zweite Angebot beschäftigt zudem inzwischen die Justiz. Der Gesamtbetriebsrat geht vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gegen die deutsche Finanzaufsicht Bafin vor. Er will sie zwingen, das Angebot zu untersagen.

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