Bayern Ministerpräsident auf Klimatour auf der Zugspitze

, aktualisiert am 04.09.2019 - 12:00 Uhr
Die Politiker wollen sich vor Ort ein Bild von den Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen machen. Foto: Dr. Gerald Schneider

Ministerpräsident Markus Söder informiert sich auf der Zugspitze über die Folgen des Klimawandels und kündigt langfristige Maßnahmen an.

Eigentlich ist das schon kein richtiger Gletscher mehr, sondern „totes Eis“. Denn der Gletscher „wandert nicht mehr“. Die Feststellung von Professor Matthias Bernhardt fällt dramatisch aus. Der nördliche Schneeferner Gletscher auf der Zugspitze besteht nur noch aus einigen weißen Flecken. Der Wissenschaftler erforscht vom Schneeferner Haus aus, ein ehemaliges Hotel, die Auswirkungen des Klimawandels. Für Markus Söder (CSU) sind diese Feststellungen keine Überraschung mehr. Der Ministerpräsident war von 2008 bis 2011 Umweltminister im Freistaat. Die Forschungseinrichtung auf der Zugspitze untersteht dem Umweltministerium. Auf Deutschlands höchstem Gipfel hatte Söder am Mittwoch zur Klimatour geladen.

Gletscher, so stellt Bernhardt nüchtern fest, „sind eine aussterbende Art“. Die warme Augustsonne nagt an diesem Mittwoch immer weiter an den Resten des Gletschers, der seit den 1850er-Jahren etwa die Hälfte seiner Dicke verloren hat. 50 Meter sind an einzelnen Rinnen noch übrig – einst waren es gut 100 Meter. Der Verlust des Volumens ist indes dramatisch. Doch das alleine beunruhigt Bernhardt noch nicht besonders. Von herausragender Bedeutung war der Schneeferner ohnehin nicht. Allerdings ließen sich hier die Auswirkungen des Klimawandels studieren und nachvollziehen. Viel wichtiger ist für den Wissenschaftler, dass das Schrumpfen des Gletschers massive Auswirkungen auf die Wasserversorgung Bayerns habe.

Mit Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) besuchte Söder die Zugspitze. Vor Ort wollten sich beide Politiker einen Eindruck über die Auswirkungen des Klimawandels machen und mit Experten etwa über die Bedeutung des Permafrostes für die Alpen sprechen.

Zuvor traf Markus Söder junge Aktivisten von Greenpeace, die ihm vier symbolische Urnen überreichten - als Sinnnbild für die vier Gletscher, die durch den Klimawandel bereits abgeschmolzen, also "gestorben" sind.

Einen ausführlichen Artikel zu Söders Besuch auf der Zugspitze lesen Sie ab Mittwochabend auf idowa+ und am Donnerstag in Ihrer Tageszeitung.

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