Scarlett Hasslberger schmunzelt noch immer über den schon über 60 Jahre zurückliegende Wirrwarr um ihre Taufe, an den sich ihre Mutter gerne erinnert. "Taufen wollt´r mi scho glei gar net. Das wäre kein christlicher Name, meinte Hochwürden."

Während sie erzählt, fischt sie in der kleinen Küche, auf der Dandl-Alm im Chiemgau, in Fett gebackene Hefeklöße aus dem Topf. Die "Auszogenen" sind eine Spezialität von ihr. Angeblich habe die aus Mainz stammende Mutter den berühmten Film "Vom Winde verweht" - das bekannte Südstaaten-Epos von Margaret Mitchell, die tragische Liebesgeschichte von Scarlett O'Hara und Rhett Butler in Zeiten des amerikanischen Bürgerkrieges - sich zehnmal angesehen. Als ihre Tochter zur Welt kam, war klar: Das war ihre Scarlett. Schließlich erklärten sich die Eltern bereit, noch den Namen Renate beizufügen. Damit war der Pfarrer zufrieden und die Taufe konnte stattfinden.

Eine gemütliche Wanderung, zirka eine Stunde entlang der Urschlauer Ache, führt hinauf zur Dandl-Alm, unterhalb des Gunwaldkopfes ins Röthelmoos auf 880 Meter Höhe. Das weitläufige Tal, in dem sich ein Hochmoor mit seltenen Pflanzen befindet, ist Überbleibsel der letzten Eiszeit.