Der ultimative Polizei-Rückblick Ein "Trumm" vom Kuriositäten-Kabinett

, aktualisiert am 07.08.2019 - 09:45 Uhr
Mit einer solchen "Bierruhe" legt sich nach dem Volksfest nicht jeder zum Schlafen. Nicht wenige gehen danach noch weiter auf die Piste in Straubing - und werden irgendwann ein Fall für die Polizei. Foto: Mathias Adam

Wo der Alkohol in Strömen fließt, da geht mit manch einem schon mal der Gaul durch. Freilich auch auf dem Gäubodenvolksfest. Wir haben deshalb noch einmal die Polizeiberichte der letzten Jahre durchforstet und die kuriosesten Meldungen herausgepickt.

Kurz nach Mitternacht, am 11. August 2013. Plötzlich setzte bei zwei jungen Burschen der Heißhunger ein, und damit der Verstand aus. Ein Sicherheitsdienstmitarbeiter entdeckte die beiden 18-Jährigen gegen 0.45 Uhr auf einer Parkbank in der Nähe des Festgeländes, als sie genüsslich einen 25 Kilogramm schweren Käselaib mampften. Ein halber Laib also. Wo und wie sie ihren „Mitternachts-Snack“ gestohlen hatten, wusste damals niemand. Beim Anblick der Security nahm einer beiden 18-Jährigen sofort die Beine in die Hand, der andere hielt weiter am Käse fest und landete schließlich samt Diebesgut bei der Festwache der Polizei.

Noch schlechter als dem betroffenen Käsestand-Inhaber erging es wenige Tage später den Wirten einer Gaststätte am Theresienplatz. In der Nacht auf Montag, 19. August, legte ein betrunkener Nachtschwärmer ihr Lokal lahm. Er kippte kurzerhand seinen Cocktail in den Sicherungskasten. Danach war Schicht im Schacht. Kein Strom mehr, kein Ausschank mehr, keine Gäste mehr. Der Schaden belief sich auf rund 10.000 Euro.

Von fliegenden Maßkrügen und Geldstücken

Alkohol ist allerdings nicht immer im Spiel, wenn etwas schiefläuft. Das musste eine Frau aus Bogen am 14. August 2013 schmerzlich erfahren. Sie hielt sich gerade an einem Getränkestand auf, als plötzlich zwei Geldmünzen wie aus dem Nichts angeflogen kamen und sie an ihrer Hand trafen. Ärzte mussten die Frau danach behandeln. Wie die Polizei damals vermutete, waren die Geldstücke wohl einem Fahrgast des danebenstehenden Karussells aus der Tasche gefallen und wurden dadurch zum gefährlichen Geschoss.

Ein gefährliches Geschoss kann allerdings auch ein Maßkrug sein, wenn er zweckentfremdet wird. Leidtragender einer solchen Aktion war am 16. August 2013 ein Musiker in einem der Festzelte. Vielmehr erwischte es seinen Notenständer. Zuvor hatte ein sturzbetrunkener 37-jähriger Mann aus der ersten Reihe einen vollen Maßkrug auf die Bühne geschleudert. Danach ging das Theater weiter. Denn der Maßkrug-Werfer hatte noch nicht genug. Er torkelte in Richtung Bühnenaufgang und beschimpfte den Musiker aufs Übelste. Und weil er sich derart im Ton vergriffen hatte, zwitscherte ihm der 40-jährige Musiker schließlich auf seine Art ein paar Takte. Er packte den betrunkenen „Konzertkritiker“ am Kopf, schlug ihn gegen das Geländer und warf ihn kurzerhand die Bühnentreppe hinunter. Der 37-Jährige wurde dabei verletzt und musste im Klinikum Straubing behandelt werden.

Zweckentfremdet wurde bereits wenige Tage zuvor, am 12. August 2013, eine Skulptur, die vor einem Lokal am Stadtgraben stand. Gegen 2.10 Uhr konnte ein 18-jähriger Schluckspecht dieser Verlockung nicht widerstehen und schleppte die Skulptur auf die Straße. Dabei wurde er allerdings von einer Polizeistreife beobachtet. Die Folge war eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

In der Unterhose zur Polizeiwache

Allerdings vergisst nicht jeder seine gute Kinderstube im Vollrausch. Mit Klamotten schläft man nicht. Daher zog sich ein 20-jähriger Oberpfälzer am 15. August 2015 vor dem Schlafengehen auf einer Parkbank noch artig sein Gewand aus. Als er gegen 2 Uhr nachts aus seiner alkoholbedingten „Narkose“ erwachte, war er felsenfest überzeugt davon, bestohlen worden zu sein. Ihm fehlten seine Hose, seine Schuhe, sein Handy und sein Geldbeutel. Also ging‘s in der Unterhose zur Polizeiwache, um den Diebstahl zu melden. Dort wurde das Handy des jungen Mannes geortet und der vermeintliche Diebstahl geklärt. Wie sich herausstellte, hatte sich der 20-Jährige selbst ausgezogen, davon aber Stunden später nichts mehr gewusst.

Doch nicht nur Volksfest-Besucher schauen zu tief ins Glas, bisweilen haben sich auch Fahrgeschäft-Mitarbeiter nicht im Griff. Das zeigt diese Meldung, die vom 12. August 2016 datiert. Der 38-jährige Mann war schon gegen 18.40 Uhr derart blau, dass ihn sein Chef des Arbeitsplatzes verwies. Doch mit Einsicht war‘s bei dem 38-Jährigen nicht weit her. Die Maßnahme seines Chefs brachte ihn derart auf die Palme, dass er mit voller Wucht gegen das Auto seines Arbeitgebers trat. Sowohl das Auto als auch der Täter überstanden diesen „Anschlag“ nicht unbeschadet. Die Folge war eine deutliche Delle am Kotflügel – der 38-Jährige verletzte sich am Schienbein und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Ein „kurzer“ Klobesuch sorgte am 22. August 2016 für Aufregung auf dem Festplatz. Aus diesem Grund hatte ein 51-jähriger Mann aus dem Landkreis Dingolfing-Landau seinen Sohn gegen 19.15 Uhr als vermisst gemeldet. Der 16-Jährige hatte das Festzelt gegen 18.30 Uhr verlassen und wollte nur schnell aufs Klo gehen. Als er nach 45 Minuten immer noch nicht zurück war, handelte der Vater. Doch bevor die Polizei größere Suchmaßnahmen einleiten musste, klärte sich der Fall. Der Jugendliche war wieder zurück. Er hatte lediglich eine Toilette weiter abseits vom Festzelt gewählt und die „Sitzung“ dauerte etwas länger.

Platzwunde statt Hängematte

Offenbar für die Nacht vorgesorgt hatte am 20. August 2018 ein Volksfestbesucher aus dem Landkreis Straubing-Bogen: Er hatte eine Hängematte im Gepäck und wollte diese gegen 4.45 Uhr zwischen einem Eingangshäuschen und einem Betonmaßkrug aufhängen. Das gefiel einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes jedoch überhaupt nicht: Er erteilte dem jungen Mann einen Platzverweis und schubste ihn beim Gehen noch gegen den besagten Maßkrug. Weil er sich dabei eine Platzwunde am Kopf zuzog, musste der junge Mann den Rest der Nacht im Krankenhaus statt in seiner Hängematte verbringen. 

Für das Gäubodenvolksfest 2019 ist man auf Seiten der Polizei bestens gerüstet und auf weitere Kuriositäten vorbereitet.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading