Franz Prokupek steht am Stall und sagt "unseren Hof gibt's seit 1963", aber das stimmt nur, wenn man genau diesen Hof meint. Wer wissen will, wie lang seine Familie überhaupt schon einen Hof im Straubinger Stadtteil Kagers hat, ist die Antwort eine andere und auch unbestimmtere.

Der Großvater war schon Bauer in Kagers, und dessen Großvater auch, und vielleicht auch schon dessen Großvater. Wie weit genau die Familiengeschichte in Kagers zurückgeht, weiß so genau niemand, ein Hofbuch gibt es nicht. Aber es dürften viele Generationen sein.

Der Name Prokupek ist trotzdem relativ neu. Er kommt vom Vater, einem Sudetendeutschen aus dem Riesengebirge, den es nach dem Krieg an die Donau verschlagen hatte. Erst Knecht auf verschiedenen Höfen, dann eingeheiratet, dann waren vier Kinder da, der Franz war der Jüngste. Vor 30 Jahren hat er den Hof übernommen, heute führt er ihn zusammen mit seinem eigenen Sohn Florian. Es ist der letzte von einstmals vielen Höfen im Stadtgebiet Straubing, der noch Kühe und damit Milchwirtschaft hat.