Der Dechanthof in der Bürg lag lange im Dornröschenschlaf. Seit wenigen Monaten ist das für jeden offenkundig sanierungsbedürftige Objekt in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Wachgeküsst wurde es im Sog des Kaufs durch die Stadt Straubing oder vielmehr eines ihrer Tochterunternehmen, der "Flächenentwicklung Straubing". Sie hat es von der Pfarrei St. Jakob erworben und damit gesichert, dass der Komplex nicht privates Spekulationsobjekt wird und einer öffentlichen Nutzung verloren ginge. 

Das ist von Bürgern wie Politikern positiv aufgenommen worden, die Stadtratsfraktionen tragen die Idee mit, obwohl es ein schwieriges Projekt ist, sagt OB Markus Pannermayr. Die Stadt hegt aufgrund der Nähe zum Rathaus Pläne, hier einen Verwaltungs-Ableger zu etablieren. Es herrscht Raumnot in der Stadtverwaltung. Bund und Land weisen den Kommunen zunehmend Aufgaben zu, die zusätzliche Stellen zur Folge haben. 80 Arbeitsplätze will man hier etablieren und in Mietobjekte im Stadtgebiet ausgelagerte Abteilungen dann wieder zurückholen. Trotz guter Erfahrung mit Homeoffice aus der Coronakrise könne nicht jeder Arbeitsplatz in Homeoffice umgemünzt werden, betont der OB. Büros an der Stelle hätten zudem den willkommenen Nebeneffekt einer Belebung der Innenstadt durch diese Mitarbeiter, für Einzelhandel wie Gastronomie. Ein weiteres Rathaus auf der grünen Wiese sei keine Option.

Drei Jahre ist der Kauf her. Diesen Sommer hat sich ein eingetragener Verein formiert "zum Erhalt des Burgtheaters als kulturelle Einrichtung". Er hat mit Büros nichts am Hut und anderes im Sinn, sieht den Komplex, der selbst mit oder gerade wegen gehörig Patina von außen und innen eine geradezu magische Ausstrahlung hat, ideal für kulturelle Nutzung. Insbesondere den ehemaligen Kinosaal des Burgkinos. Die beiden Auffassungen - jene der Stadtverwaltung und jene des Vereins - sind aktuell im Ringen miteinander.