Die Bürgerinitiative Bayerischer Wald gegen Atomanlagen (BI) ist am Samstag nach Tschechien gefahren, um den Protest gegen ein mögliches Atommüllendlager in Grenznähe zum Landkreis zu unterstützen und sich über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Insgesamt 23 Mitglieder nahmen an der Fahrt teil, darunter auch Vertreter der Organisation Zivilcourage, des Bündnisses für Atomausstieg Regensburg und Teilnehmer aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Vertreter aus Österreich waren ebenfalls vor Ort.

Die Zwischenlager in den tschechischen Atomkraftwerken Temelín und Dukovany füllen sich mit hochradioaktivem, atomarem Müll. Das Nachbarland ist auf der Suche nach einem Endlager. Das Areal bei dem kleinen Dorf Maňovice, eine dünn besiedelte Region circa 25 Kilometer südöstlich von Klattau und etwa 70 Kilometer Luftlinie entfernt von Cham, befindet sich in der engeren Standortauswahl. Seit 17 Jahren existieren Pläne zum Bau eines atomaren Endlagers in dieser Gegend. Diese wurden einige Zeit auf Eis gelegt. Seit mehreren Jahren ist Maňovice wieder in der Diskussion um die Endlagersuche. Drei Millionen Kubikmeter Gestein sollen aus dem anstehenden Granitvorkommen gesprengt werden, so ein Sprecher, um dort die abgebrannten Kernbrennstäbe einzulagern.