Deggendorfer SC Otto Keresztes: Plötzlich DEL2-Trainer

Aktuell der Chef hinter der Deggendorfer Bande: Otto Keresztes. Foto: Stefan Ritzinger

Mitte Dezember kam Otto Keresztes zum Deggendorfer SC, um die Nachwuchsmannschaft zu trainieren. Jetzt steht er plötzlich beim DEL2-Team hinter der Bande.

Sport ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Das hat vor kurzem auch Otto Keresztes hautnah gespürt. Erst Mitte Dezember ist der Eishockey-Trainer vom EHC Straubing zum Deggendorfer SC gewechselt, um dort die U20 in der DNL3 zu übernehmen. Nur drei Wochen später war er plötzlich DEL2-Trainer als Nachfolger des entlassenen Aufstiegscoaches John Sicinski.

„Das war natürlich überhaupt nicht mein Plan. Ich bin nach Deggendorf gekommen, um den Nachwuchs zu trainieren“, sagt Keresztes. Aber dann kam die Bitte der Verantwortlichen, dass er bei den Profis aushilft. Keresztes verfügt über die nötige Trainerlizenz – und sagte zu. „Wenn man als Trainer eine solche Möglichkeit bekommt, dann kann man nicht absagen. Das ist eine neue Herausforderung für mich, die ich gerne annehme.“

Keresztes ist mit einem Sieg und einer Niederlage in seine Amtszeit gestartet. Zwar verlor er mit einer personell angeschlagenen Mannschaft am Freitag klar mit 1:5 in Bad Nauheim. Doch am Sonntag zuvor gelang gegen die Bayreuth Tigers ein wichtiger 2:0-Heimerfolg. „Eine Riesensache“, so Keresztes im Rückblick. „Die Jungs wussten, was ich von ihnen sehen möchte und das haben sie gut umgesetzt.“

Neue Kapitäne

Einer der Matchwinner war dabei neben Cody Brenner, der seinen ersten DEL2-Shutout feierte, René Röthke mit einem Tor und einer Vorlage. Auffällig: Röthke trug bei der Partie das „C“ als Zeichen für den Kapitän auf der Brust. Eine der ersten Veränderungen unter dem neuen Trainer. Auf Initiative des Sportlichen Leiters Neville Rautert wurden in Absprache mit Keresztes die Kapitäne neu bestimmt. „Wir wollen damit zum einen die bisherigen Kapitäne entlasten und Druck von ihren Schultern nehmen. Auf der anderen Seite ist es eine Belohnung für Spieler, die harte Arbeit vorleben und immer alles geben“, erklärt Keresztes. Dimitrij Litesov und Jan-Ferdinand Stern sind die neuen Assistenz-Kapitäne.

Aber auch auf dem Eis hat Keresztes Umstellungen vorgenommen. So gilt es für den ehemaligen Verteidiger, vor allem die anfällige Defensive zu verbessern. Denn gerade als Aufsteiger holt man Punkte meist über eine stabile Abwehrarbeit. „Ich will geradliniges Eishockey spielen lassen“, sagt der neue Coach. Heißt: Defensiv gut stehen, dem Gegner nicht viel Raum geben und bei Scheibengewinn per Konter schnell in die Offensive umschalten. Keresztes ist überzeugt: „Die Mannschaft hat Qualität. Wir müssen jetzt einfach Tag für Tag arbeiten und uns von Spiel zu Spiel verbessern.“

"Disziplin ist der Schlüssel für den Erfolg"

Harte Arbeit ist ein gutes Stichwort, denn diese genießt genauso wie Disziplin einen hohen Stellenwert bei Keresztes. Klare und einfache Richtlinien habe er seiner Mannschaft vorgegeben. „Disziplin ist der Schlüssel für den Erfolg. Wir müssen viel investieren. Ich weiß, dass es gerade für die Spieler, die nebenbei noch arbeiten, eine hohe Belastung ist. Aber das ist keine Entschuldigung. Wenn du als Eishockey-Spieler auf diesem Niveau spielen willst, dann musst du bereit sein, egal wie du das schaffst. Du darfst nicht jammern.“

Keresztes selbst lebt die harte Arbeit vor. Neben dem DEL2-Team wird er auch weiterhin die DNL3-Mannschaft des DSC betreuen. Nach dem Spiel in Bad Nauheim am Freitag geht es für ihn beispielsweise gleich am Samstag mit dem Nachwuchs nach Nürnberg. „Nur weil ich ein paar Stunden im Bus war, will ich das nicht sausen lassen“, sagt er. Vorrang hat bei Terminüberschneidungen aber natürlich die DEL2.

Wie lange er Trainer des DSC bleibt, das weiß Keresztes selbst nicht. Darüber habe er mit den Verantwortlichen auch noch nicht gesprochen. „Für mich zählt nur, dass ich mein Bestes gebe, solange ich hier bin. Ich will mit der Mannschaft gutes Eishockey spielen, sie entwickeln und Spaß haben“, sagt er. Spaß, den hat Keresztes bei seinem Job ohnehin, wie er betont: „Ich liebe Eishockey einfach über alles.“

 

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