Deggendorf So sieht das sanierte Gebäude der Erstaufnahmeeinrichtung aus

Die Schlafräume sind rund 30 Quadratmeter groß und mit jeweils vier Betten ausgestattet. Foto: Seidl

Helle Viererzimmer, Barrierefreiheit, Aufzüge und Platz für insgesamt 336 Menschen - die sanierte Erstaufnahmeeinrichtung in der Stadtfeldstraße 25 ist so gut wie beziehbar.

Am Montag führten der niederbayerische Regierungspräsident Heinz Grunwald und der stellvertretende Einrichtungsleiter Armin Steger Medienvertreter durch die neuen Räume, in denen künftig Asylsuchende untergebracht werden sollen.

Sieben Quadratmeter Platz pro Person

Neutral in Weiß gehalten strahlt die neue Einrichtung, vormals eine Lagerhalle, neben dem alten Gebäude in der Stadtfeldstraße 33. Drinnen wirken die drei Stockwerke noch recht leer und farblos: Die langen Korridore sind mit grauem Kunststoffboden ausgelegt, in den Räumen hängt der Geruch von frischer Farbe und in den Etagenbetten fehlen noch Matratzen.

Das ändert sich, wenn hier Menschen leben. Der Platz reicht für 336 Asylbewerber, neben den Schlafräumen gibt es in der Einrichtung Badezimmer und Gemeinschaftsräume, außerdem ist das Gebäude mit Transiträumen zur kurzfristigen Aufnahme von Menschen ausgestattet. Sieben Quadratmeter Platz wurden pro Person eingerechnet, die Viererzimmer sind rund 30 Quadratmeter groß. Sollten die Kapazitäten einmal nicht ausreichen, "dann muss man näher zusammenrücken", so der Regierungspräsident Heinz Grunwald. Besonders stolz zeigten er und der stellvertretende Leiter Armin Steger sich bei der Führung auf den Flügel mit behindertengerechten Schlafräumen und einem Lift, was auch die Unterbringung von Menschen mit Rollstuhl erleichtert.



In Kürze bezugsfertig
Die Sanierung obliegt dem Grundstückseigentümer und der Firma Streicher, Mitte August wurde das Gebäude an die Regierung Niederbayern übergeben, die die Räumlichkeiten angemietet hat. Im Lauf dieser Woche soll die Brandschutzbeschilderung noch um mehrsprachige Rettungspläne erweitert werden - "dann ist die Einrichtung eigentlich bezugsfertig", so Grunwald. Einen großen Ansturm wird es aber nicht geben: Anders als zu Spitzenzeiten wie im vergangenen Herbst sei die Zahl der Neuzugänge momentan sehr gering, so Armin Steger. Derzeit werden die Asylsuchenden von der Bundespolizei mittels Zügen und Bussen in ganz Deutschland verteilt, nach Deggendorf komme nur alle zwei bis drei Wochen so ein Bus.

Im September 64 Zugänge
155 Asylbewerber zählt die Unterkunft in der Stadtfeldstraße 33. Im September hat der stellvertretende Leiter bislang 64 Zugänge gezählt, also 2,3 pro Tag. Aktuell seien alle in den zugehörigen Containern untergebracht und auch das in die Jahre gekommene Gebäude könnte demnächst renoviert werden.

Wie Heinz Grunwald versicherte, werde der Ausbauplan weitergeführt, bis 2018 soll auch das Nebengebäude in der Stadtfeldstraße 33 saniert und die Deggendorfer Aufnahmeeinrichtung komplett fertig sein. Dann gebe es Kapazitäten für mindestens 500 Menschen. "So sind wir für etwaige Anstürme präpariert", erklärte der Regierungspräsident und fügte hinzu, dass sich dann je nach Entwicklung abzeichne, ob die Container bleiben oder verschwinden. "Der Mietvertrag läuft noch länger", so Grunwald, "außerdem ist die Unterbringung in den Containern gleichwertig zu den Räumen hier".

38 der aktuell 155 in Deggendorf untergebrachten Asylbewerber seien sogenannte Fehlbeleger, wie Armin Steger Auskunft gab. Das heißt, sie sind bereits anerkannt und müssten eigentlich ausziehen und sich eine Wohnung suchen. "Sie finden aber so leicht keine Wohnung", zeigte sich auch Grunwald der Problematik bewusst. Weil es der Platz hergibt, dürfen sie also bleiben. "Wir werfen hier niemanden raus", so der Regierungspräsident.

Sonja Seidl

 

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