Deggendorf doschauher.tv - live aus der Garage

Mit professioneller Ausrüstung wird die Show live übertragen. Quelle: Unbekannt

Seit neun Jahren gibt es "doschauher.tv", ein Projekt des Studiengangs Medientechnik der Hochschule Deggendorf. In einer ehemaligen Garage werden Fernsehsendungen produziert und live im Internet übertragen. Dies ist bisher einzigartig in Deutschland.

Mai 2004. Nach langer Umbauzeit findet die große Eröffnungsfeier des "Medienateliers" auf dem TÜV-Gelände in Deggendorf statt. Seitdem entstehen hier regelmäßig Episoden von "doschauher.tv" unter der Leitung von Professor Ernst Jürgens und Diplom-Ingenieur (FH) Oliver Bauer.

Die Studenten des Studiengangs Medientechnik produzieren im vierten Semester die circa einstündigen Sendungen selbst. 2009 gab es für dieses Vorreiterprojekt den Hochschulpreis. Mittlerweile wurden 85 Folgen von "doschauher.tv" gedreht. Diese können live im Studio, per Livestream unter www.doschauher.tv oder später auf der Webseite als Video angesehen werden.

Pro Semester entstehen vier Sendungen. Die Vorbereitungszeit liegt jeweils bei ungefähr zwei Wochen. Einmal in der Woche treffen sich die Studenten, die für die Technik zuständig sind, im "Medienatelier". Alle anderen treffen sich einmal wöchentlich in der Hochschule zur Redaktionskonferenz. Dabei wird die letzte Folge begutachtet, es werden Verbesserungsvorschläge gegeben und Ideen für die nächste Sendung gesammelt.

Solch ein Projekt umfasst mehr als nur Moderation und Kamera. So gibt es ein Web-Team, das sich um die Bestückung des Internetauftritts, der Fanseite und die Erstellung von Facebook-Veranstaltungen kümmert. Das Presseteam hält Kontakt zu Verlagen und entwirft sowohl Plakate als auch Flyer für die Bar "El Toro", in dem nach jeder Folge die After-Show-Party stattfindet. Ein Gästeteam sorgt für Livebands und Talk-Gäste aus verschiedenen Bereichen der Medienbranche. Einspieler-Teams drehen kurze Filmbeiträge, von Kurzreportagen über Berufsbilder bis hin zu Parodien. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Abteilungen mit ihren eigenen Aufgabenbereichen. Mit professionellem Equipment und Wissen aus zwei Semestern Film- und Video-Design-Unterricht sind die Studenten gut ausgerüstet für dieses Projekt. Obwohl sie den Umgang mit der Technik gewöhnt sind, ist es für viele etwas Neues, eine komplette Sendung zu produzieren.

Live-Bands und "Poetry Slam"

Die Live-Situation ist die größte Herausforderung: Sowohl Versprecher als auch technische Probleme können nicht herausgeschnitten werden. Die Zuschauerzahlen steigen stetig an: Den Livestream der letzten Sendung vom 25. Mai verfolgten 63 Personen. Fast 900 weitere sahen sich im Nachhinein das Youtube-Video an. Nicht zu vergessen ist auch das Publikum im Studio, das oft mit eingebunden wird. Die Sendung selbst ist immer gleich aufgebaut: Am Anfang spielt eine Liveband, die während der Episode weitere Lieder zum Besten gibt und von den Moderatoren interviewt wird. Vier Einspieler pro Folge bieten Abwechslung. Gäste aus verschiedenen Bereichen erzählen aus ihrem Leben und über ihren Beruf, zeigen Ausschnitte aus ihren Arbeitsbereichen oder führen live etwas vor. Es gab auch schon waghalsige Stunts mit dem Snowboard, einen auseinandergesägten Wohnwagen oder neuerdings Heuschrecken im Studio. Neben der eigentlichen Sendung gibt es noch ein Sonderformat: den "Poetry Slam". Hier tragen junge Dichter, Denker und Poeten Selbstgeschriebenes vor und können in einem Wettkampf Preise gewinnen. Diese besondere Folge wird einmal im Jahr übertragen.

Die nächste Sendung findet am Donnerstag, 13. Juni, um 18 Uhr im "Medienatelier" statt und kann sowohl besucht als auch via Livestream mitverfolgt werden. Die für diese Woche geplante Sendung wurde aufgrund der momentanen Hochwassersituation abgesagt.

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