Dauerschläfer und Topmodel Festival-Typologie: Diese neun Typen treiben sich auf einem Festival herum

Schlechtes Wetter? Für Schlammliebhaber kein Problem. Diese Besucher scheuen den Matsch nicht. Foto: Susanne Raith

Ein Festival ohne Musik? Unvorstellbar! Aber nicht nur die Künstler sind wichtig, auch die Besucher machen ein Festival aus. David und Flo haben sich auf dem Pfingst-Open-Air in Salching am vergangenen Wochenende umgesehen und neun verschiedene Typen getroffen.

Das Line-Up-Lexikon

Dieser Festivalbesucher könnte einen Infostand auf dem Campingplatz aufmachen. Denn er weiß auf die Sekunde genau, wann wo welche Band spielt. Schon Wochen vor dem Festival, lernt er auswendig, dass zum Beispiel das Rap-Duo „SDP“ am dritten Tag um 22:45 Uhr auf der Hauptbühne stehen wird. Durch dieses Wissen qualifiziert sich das Line-Up-Lexikon zum Ansprechpartner für alle, die nicht mehr so genau wissen, wann ihre Lieblingsband spielt.

Typischer Satz: „Am Freitag um 23 Uhr legt ‚LeFeu‘ auf dem Elektrogelände auf. Willst du wissen, wer zu dieser Zeit auf den restlichen Bühnen steht?“

Die Schlammliebhaber

Für manche Festivalbesucher ist es das Worst-Case-Szenario, für sie ist es der siebte Himmel: Regnet es an dem geplanten Partywochenende wie beim Pfingst-Open-Air in Salching, überziehen Matsch und Schlamm das Gelände. Der Schlammliebhaber freut sich über den vielen Matsch. Für ihn heißt es: Rein in die Gummistiefel und durch den Matsch hüpfen! Das zur Musik seiner Lieblingsbands oder auch einfach so. Manch ein Schlammliebhaber bastelt sich aus Plane und Matsch auch eine Art Wasserbett für die Nacht.

Typischer Satz: „Was? Es regnet? Perfekt! Dann kann die Party im Matsch beginnen.“

Das Topmodel

Ganz im Gegenteil zum Schlammliebhaber hält sich das Topmodel eher vom Schlamm fern. Diese Festivalbesucherin kommt auf dem Gelände top gestylt daher. Ihr geht es nämlich vor allem um eines: gesehen werden. Und dafür kauft sie sich extra fürs Festival neue Klamotten und stellt sich das perfekte Outfit zusammen. Um praktische Gummistiefel macht sie einen großen Bogen. Denn die sind ihr nicht stylisch genug. Übrigens: Es gibt auch männliche Topmodels auf dem Festival, besser unter Styler bekannt.

Typischer Satz: „Guck mal! Schuhe, Hose und Top hab’ ich extra fürs Festival gekauft.“

Der Panikmacher

Wer diesen Typ mit auf ein Festival schleppt, sollte sich vor allem auf eines einstellen: Fähigkeiten im Trösten und Beruhigen werden mehrmals am Tag gebraucht. Der Panikmacher geht nämlich mit einem festen Plan aufs Festival. Er durchdenkt sein ganzes Partywochenende, legt fest, wann er einer Band lauscht, wann er duschen geht, wann er schläft und vieles mehr. Doch wer schon öfter auf einem Festival war, weiß: Es kommt immer anders als geplant. Deswegen gerät dieser Festivalbesucher schnell und oft in Panik, weil er regelmäßig an seine Grenzen kommt. Es regnet durchs Zeltdach? Der Panikmacher lässt es auch regnen – er weint. Kein Essen mehr da? Der Panikmacher hat Angst, dass alle verhungern müssen. Einer seiner Freunde verschwindet mehrere Stunden? Der Panikmacher befürchtet das Schlimmste. Schafft es keiner, ihn zu beruhigen, flüchtet er schon nach dem ersten Tag vom Festival – und lässt sich nicht mehr sehen. Es sei denn, man bettelt ihn an.

Typischer Satz: „Ich will nach Hause!“

Das Glückskind

Das Gegenteil vom Panikmacher: das Glückskind. Nichts kann diesen Festivalbesucher von seiner guten Laune abbringen. Sei es der Matsch, der kalte Wind, durchnässte Kleidung, nichts mehr zu essen, oder lange Warteschlangen vor den Klos und Duschen – das Glückskind behält sein Lächeln auf den Lippen. Dieser Besucher ist mit seiner guten Laune für viele andere Camper eine Bereicherung, dem Panikmacher geht er damit aber auch schnell mal auf die Nerven.

Typischer Satz: „Ach, das ist sooo supi!“

Der Vollzeit-Camper

Viele Besucher gehen wegen der Musik auf ein Festival. Der Vollzeit-Camper nicht. Er verbringt das Festival auf dem Campingplatz und feiert dort seine eigene Party. Meist reist er deswegen mit großen Lautsprechern und viel Musik bewaffnet auf das Open-Air. Bei seiner Party kann es allerdings auch oft passieren, dass er bei der Abreise einige Erinnerungslücken mit nach Hause nimmt. Ebenfalls ein häufiges Szenario: Er geht verloren. Am ersten Abend verschwindet er und erst kurz vor der Abreise, wenn alle schon zusammengepackt haben, taucht er wieder auf.

Typischer Satz: „Wozu aufs Festivalgelände? Am Campingplatz ist es doch viel schöner!“

Der Aufpasser

Dass der Vollzeit-Camper verloren geht, versucht dieser Festivalbesucher zu verhindern: der Aufpasser. Vom Erste-Hilfe-Koffer bis zu jeglichen Hilfsmitteln fürs Zelt hat er alles mit dabei. Er ist die erste Anlaufstation, wenn es Probleme gibt. Zusätzlich achtet der Aufpasser auch noch darauf, dass es jedem Camper gut geht und er tröstet den Panikmacher. Mädchen schlüpfen meist in die Rolle des Aufpassers.

Typischer Satz: „Brauchst du Hilfe und wo treibst du dich eigentlich schon wieder herum?“

Der Musikfanatiker

Ihn findet man nur vor der Bühne. Der Musikfanatiker sieht sich einfach jeden Auftritt an. Egal ob bei brütender Hitze am frühen Nachmittag oder mitten in der Nacht – der Musikfanatiker steht immer in der Nähe der Lautsprecher. Eine spezielle Vorliebe für ein bestimmtes Genre hat er nicht. Hauptsache die Stimmung ist gut und er kann zur Musik abfeiern. Dabei tobt er auch gerne in der Menge direkt vor der Bühne.

Typischer Satz: „Was? Ich verstehe dich nicht! Die Musik ist so laut!“

Der Dauerschläfer

Für ihn ist das Festival am schnellsten vorbei. Der Dauerschläfer feiert am ersten Abend so viel, dass er den Rest des Festivals einfach verpennt.

Typischer Satz: „Welcher Tag ist heute eigentlich? Was? Das Festival ist schon vorbei?“

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