Das war 2019 Oktober bis Dezember: Continental Aus, B15neu und eine verschwunde Venus

Nur einen Tag darauf startet in Regensburg ein weiteres wichtiges Verfahren: Der suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs muss sich erneut vor Gericht verantworten. Auch hier geht es um Anklagen im Zusammenhang mit Parteispenden. Im ersten Prozess war Wolbergs weitgehend freigesprochen worden. Der Prozess ist vorerst bis März 2020 angesetzt. Für Wolbergs selbst tickt die Uhr: Er will bei den Kommunalwahlen am 15. März mit seinem neu gegründeten Wahlverein „Brücke“ wieder als Oberbürgermeister kandidieren.

Aus für Continental in Roding

Es ist eine Schocknachricht für Roding: Am 1. Oktober verkündet der Autozulieferer Continental, dass das Rodinger Werk 2024 geschlossen werden soll. Über 500 Mitarbeiter sind davon betroffen. Sie wollen allerdings noch nicht aufgeben: Für März 2020 ist ein Runder Tisch geplant, bei dem Alternativen zur Stilllegung diskutiert werden sollen. Daran soll auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger teilnehmen.

Am Abend des 2. Oktober fallen in Abensberg im Landkreis Kelheim plötzlich Schüsse – wenig später ist ein Mann tot, ein weiterer schwer verletzt. Die Polizei nimmt zwei Verdächtige fest, gegen einen von ihnen wird schließlich Haftbefehl erlassen. Der 41-Jährige wird wegen einer psychischen Erkrankung in einer Psychiatrie untergebracht. Das Motiv für die Tat bleibt unklar.

Diese Nachricht sorgt Ende Oktober für Unruhe in Niederbayerns Kultur-Szene: Die Stadt Landshut überlegt, die Sanierung des Stadttheaters aus Kostengründen auf Eis zu legen. Viele befürchten in diesem Fall den Todesstoß für das Landestheater Niederbayern. Nach vielen kontroversen Diskussion entscheidet der Landshuter Stadtrat am 6. Dezember schließlich, immerhin 1,85 Millionen Euro als Planungsmittel für das Jahr 2020 zur Verfügung zu stellen. Die Frage, wie es mit dem Landshuter Stadttheater weitergeht, wird die Stadt aber auch beim Haushaltsplenum für das Jahr 2021 wieder beschäftigen.

Eigentlich hätte am 4. November in Regensburg der Prozess um die Wahlfälschung in Geiselhöring beginnen sollen. Betonung auf „eigentlich“. Denn der Prozess muss erneut verschoben werden. Der Grund: Richtermangel. Bereits im März war der Prozess wegen gesundheitlicher Probleme des Hauptangeklagten verschoben worden. Als neuer Start-Termin ist nun der 27. Januar geplant.

Die "Venus von Aufhausen" verschwindet

Diesen Termin am 12. November hätte sich Dingolfings Landrat Heinrich Trapp sicher gerne erspart: Er muss verkünden, dass die „Venus von Aufhausen“, ein bedeutender archäologischer Fund, verschwunden ist – und das möglicherweise schon seit sieben Jahren. Offenbar befand sich im Tresor des Landratsamtes nur ein Duplikat. Wo sich das Original befindet, ist nach wie vor unklar.

Sechs Jahre dauerten die Bauarbeiten, 182 Millionen Euro kosteten die Maßnahmen - doch am 19. November ist die B15neu zwischen Ergoldsbach und Essenbach endlich fertig. Im nächsten Schritt soll die B15neu südlich der A92 als „Ost-Süd-Umfahrung Landshut“ fortgeführt werden. Hier ist aber noch unklar, wann konkret mit dem Bau begonnen werden kann.

Das Aus für das Rodinger Continental-Werk macht sich Ende November auch in Regensburg bemerkbar: Denn das Unternehmen springt als Namensgeber des Fußballstadions ab. Die „Continental-Arena“ sucht damit ab 2020 einen neuen Namen. Erste Interessenten gibt es bereits – neben dem SSV Jahn selbst hat unter anderem auch der Sponsor Netto Interesse angemeldet.

Am 28. November findet in Straubing der Spatenstich für die Erweiterung des Klinikums St. Elisabeth statt. Passend zur Größe des Bauprojekts fällt auch der dabei zum Einsatz kommende Spaten etwas größer aus. Das sorgt wiederum im Netz für Belustigung und Häme. Oberbürgermeister Markus Pannermayr nimmt es mit Humor: Zumindest sei so die Gefahr, dass der Spaten abhandenkommt, relativ gering.

Grünes Licht für den Donauausbau

Auch der 29. November wird als bedeutender Tag für die Region in die Geschichte eingehen: Die Europäische Kommission gibt offiziell grünes Licht für den jahrzehntelang umstrittenen Donauausbau zwischen Straubing und Deggendorf.

Hausnummern sind ja allgemein eher kein Aufreger-Thema. Doch die Gemeinde Vilshofen gerät im Dezember bundesweit in die Schlagzeilen. Der Grund: Sie will grüne Hausnummern für besonders umweltbewusste Bürger vergeben. Allerdings macht sich schnell Kritik an den Plänen breit – von „Social Scoring“ und „Öko-Pranger“ ist die Rede. Bürgermeister Florian Gams beerdigt das Projekt schließlich. Stattdessen sollen vorbildliche Bürger „nur“ eine Urkunde erhalten.

Hans Söllner ist ja eigentlich vor allem als Liedermacher bekannt. Mitte Dezember überrascht er jedoch mit der Ankündigung, Oberbürgermeister von Bad Reichenhall werden zu wollen. Ein konkretes Konzept für den Wahlkampf in seiner Heimatstadt hat er allerdings noch nicht. PR-Gag oder ernsthafte politische Ambitionen? Das wird wohl das kommende Jahr zeigen.

Und das war er, unser großer idowa-Jahresrückblick 2019. Wir wünschen all unseren Lesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2020!

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading