"Das tut weh" Historisches WM-Aus setzt deutschen Handballern zu

Spielten zum WM-Abschluss remis gegen Polen: David Schmidt und die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Foto: Anne-Christine Poujoulat/dpa

Die deutschen Handballer schließen die WM in Ägypten mit einer Enttäuschung ab. Das schwächste WM-Abschneiden in der Verbandshistorie überlagert die offensiv formulierten Olympia-Ziele. Jetzt muss erst einmal die Qualifikation für die Spiele her.

Nach der schlechtesten WM-Platzierung der Verbandsgeschichte rückte der Traum vom olympischen Gold für die deutschen Handballer in ganz weite Ferne. "Das tut weh", sagte Kapitän Uwe Gensheimer zum zwölften Platz beim Turnier in Ägypten, der nach dem 23:23-Remis gegen Polen im abschließenden Hauptrundenspiel feststand. Dadurch schnitt die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason noch schwächer ab als 2011 bei der Weltmeisterschaft in Schweden unter Gislasons Vor-Vor-Vor-Vorgänger Heiner Brand. Damals war die deutsche Mannschaft Elfter geworden.

"Natürlich wäre das schön, wenn es anders wäre. Aber ich kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Das wussten wir alle, welche Probleme auf uns zukommen würden", sagte Gislason. "Die Probleme sind vor allem in der Abwehr immer geblieben. Heute kamen im Angriff welche dazu. Natürlich sind wir mit dem Platz nicht zufrieden." Gegen die international eher zweitklassigen Polen lief lange Zeit nichts. Im ersten Durchgang verwandelte die DHB-Auswahl nicht mal die Hälfte ihrer Würfe aus teils besten Positionen, auch die Abwehr konnte erneut nicht überzeugen. Erst gegen Ende der Partie steigerte sich der Europameister von 2016. Zum Sieg reichte es dennoch nicht.

Was bleibt nun von dieser WM? Obwohl das Viertelfinale frühzeitig verpasst worden war, hatte DHB-Vizepräsident Bob Hanning zuletzt mehrfach den Gewinn von Olympia-Gold im Sommer in Tokio als Ziel untermauert. Doch zunächst muss sich die DHB-Auswahl beim Qualifikationsturnier im März in Berlin in ihrer Gruppe mit Schweden, Slowenien und Algerien eines von zwei Tickets für die Spiele sichern. "Ich weiß ja, wie es Bob meint. Bob hat immer große Ziele, die haben wir alle. Aber wir tun alle gut daran, wenn wir jetzt erst mal den Fokus auf die Quali legen, das ist unser nächstes Ziel", sagte Kapitän Gensheimer.

Bundestrainer Gislason freut sich auf "mehr Auswahl"

Die Hoffnungen ruhen nun auf den Spielern, die in Ägypten verletzt oder coronabedingt gefehlt hatten. Die Kreisläufer Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Jannik Kohlbacher sollen dann zurück sein, auch wichtige Rückraumspieler wie Fabian Wiede oder Sebastian Heymann dürften in Berlin im Kader stehen. "Ich freue mich darauf, dass ich dann deutlich mehr Auswahl an Spielern habe. Da freue ich mich wirklich drauf", sagte Gislason. "Dann, denke ich, haben wir eine große Möglichkeit, deutlich besser zu spielen." Ob es dann letztlich auch für Olympia-Gold reicht, bleibt abzuwarten.

Denn wieder einmal hat es die deutsche Mannschaft in Ägypten nicht geschafft, in entscheidenden Phasen ihrer Spiele Klarheit, Cleverness und unbedingten Siegeswillen zu beweisen. Leistungsträger wie Gensheimer fanden nicht zu ihrer Form, Stammtorhüter Andreas Wolff zeigte erst im zweiten Durchgang gegen die Polen, wozu er in der Lage ist. Das Qualifikationsturnier wird nun zum ultimativen Härtetest.

"In der Tat ist es so, dass davon eine Menge abhängt. Ich habe immer gesagt, wir wollen dann so weit sein, dass die Generation auch liefert. Und dann müssen wir auch liefern", sagte Hanning. "Dann wird sich zeigen, ob wir mit der Generation, so wie ich es immer für möglich gehalten habe, auch wirklich zur Weltspitze gehören."

 

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