Die Mädchen und Buben sitzen still im Stuhlkreis. Erzieherin Nadine Reichold stimmt ein Lied an, und alle summen mit. Nach dem Singen geht es raus in den großen Garten - zum Rutschen und Klettern. Die Kinder toben. Mitten im Geschehen behält Nadine die Übersicht und spielt mit den Kleinen. Die 21-Jährige ist nicht nur Gruppenleiterin, sondern Chefin im Kindergarten. Die Arbeit mit den Kindern macht ihr viel Spaß und auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen ist gut. "Der Erzieherinnen-Beruf stand bei mir schon immer ganz oben", sagt Nadine.

Doch der Weg zur Kindergärtnerin war nicht einfach. Nach der Realschule in Roding wechselte Nadine an die Fachakademie für Sozialpädagogik nach Regensburg. Zuvor sammelte sie bereits während zwei Praktika in Kindergärten Erfahrung. Die Ausbildung dauerte fünf Jahre. "Und es war sehr viel zu lernen", ergänzt sie. In den ersten Jahren wurde Nadine zur Kinderpflegerin ausgebildet. Diese Zeit war sehr von praktischen Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen geprägt. Zudem gab es 84 Schultage, an denen psychologische und pädagogische Inhalte vermittelt wurden. Nach der bestandenen Prüfung zur Kinderpflegerin stand im dritten und vierten Jahr die Ausbildung zur Erzieherin auf dem Programm. Auch hier gab es eine Prüfung. Im fünften Ausbildungsjahr absolvierte Nadine ein einjähriges Berufspraktikum in einem Hort in Prüfening. Seminartage und eine Facharbeit rundeten die berufliche Ausbildung ab. "Im Juni 2014 war ich dann endlich fertig", erinnert sich Nadine. Und bereits seit Anfang September leitet sie nun den Kindergarten "Heiliger Raphael" im Rodinger Ortsteil Mitterdorf. "Ich habe erfahren, dass die Stelle frei ist, und mich beworben", erzählt die 21-Jährige. Über die Zusage hat sie sich sehr gefreut. Gleichwohl ist sie sich dieser großen und anspruchsvollen Aufgabe bewusst. Mithilfe der erfahrenen Kolleginnen und dem erlernten Wissen hat sie sich schon eingearbeitet. Von 7 bis 15 Uhr ist sie im Kindergarten. "Bei rund 20 Kindern in einer Gruppe ist man immer mitten im Geschehen", sagt Nadine.