Nach dem Abstieg aus der 3. Liga in die Regionalliga 2014/15 war der Tiefpunkt erreicht. Von da an ging es für den SSV Jahn Regensburg unter Geschäftsführer Christian Keller nur noch steil bergauf.

Mit dem ersten Spielerstreik in der Club-Geschichte, den der 42-jährige Ex-Sportchef auch im Nachhinein noch als "positiv" empfinde, wie er im Interview mit unserer Zeitung betont, sowie dem sofortigen, wegweisenden Drittliga-Wiederaufstieg wurden im neuen Stadion an der Franz-Josef-Strauß-Allee gleich ganz dicke Ausrufezeichen gesetzt. Die Arena, für deren Bau in der Saison 2011/12 die Mannschaft ("kein Strom und kein Geld, aber das geilste Team der Welt" trotzten damals die Fans den Rahmenbedingungen mit Galgenhumor) unter Trainer Markus Weinzierl mit dem sensationellen Zweitliga-Aufstieg den Grundstein gelegt hatte, habe sich "als Katalysator", erwiesen, meint Keller, dem die "Wiederauferstehung" der Rothosen im Mai 2016 in die 3. Liga "ewig in Erinnerung" bleiben werde.

Schließlich habe er im Schicksals-Aufstiegsrückspiel gegen Wolfsburg II eine für ihn "bis heute einzigartige Stimmung" erlebt - "nicht nur was die Spiele hier im Jahnstadion betrifft, sondern bei einem Fußballspiel überhaupt". Die Erinnerung an dieses Feuerwerk der Emotionen vor rund sechseinhalb Jahren zaubert Keller noch heute ein Funkeln in die Augen.

Herr Keller, in der Regionalliga-Saison 2015/16 gab es einige Unebenheiten zu glätten. Gehörte der Spielerstreik - der bislang einzige in der Jahn-Vereinsgeschichte - für den entlassenen Trainer Christian Brand auch zu den negativen Erfahrungen, die Sie machen mussten?
Christian Keller: Ganz ehrlich, der Spielerstreik hat mich überhaupt nicht gestört. Aus meiner Sicht war das ein wichtiger Schritt zu dem, was uns auch heute noch auszeichnet. Nämlich, dass sich die Mannschaft wirklich als ein Kollektiv präsentiert, das zusammenhält. Wie oft passiert das schon im Profifußball, dass sich eine Mannschaft für etwas einsetzt? Ganz selten, denn in der Regel sind sich die Spieler selbst die Nächsten, für die der opportunistische Spruch gilt 'Der König ist tot, es lebe der König - heute finde ich den einen Trainer toll, schon morgen den anderen'.

Das ist doch gang und gäbe ...