Das Grab der "Trendsetterin" Archäologen finden bei München Schmuck aus dem Mittelalter

In den frühmittelalterlichen Gräbern fanden die Forscher frühmittelalterlichen Modeschmuck und repräsentative Waffen. Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Archäologen haben in Gauting bei München kostbaren Schmuck aus dem frühen Mittelalter gefunden. Darunter sind mit Gold und Edelsteinen verzierte Gewandnadeln zum Verschließen von Kleidung, Perlen, Anhänger und repräsentative Waffen, wie das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege am Freitag mitteilte.

Die historischen Gegenstände wurden den Angaben zufolge bei Ausgrabungen zur Vorbereitung von Bauarbeiten am Gautinger Krapfberg in uralten Gräbern gefunden. Besonders kostbar ist der Schmuck einer jungen Frau, die bei ihrem Tod kurz vor dem Jahr 600 kaum älter als 20 Jahre alt gewesen sein dürfte, wie das Denkmalamt mitteilte: 56 Perlen aus Glas und Bernstein, drei Goldanhänger und ein Verschluss aus purem Gold mit Granatsteinen fanden die Archäologen in ihrem Grab.

"Das Grab der jungen Frau ist als eines der reichsten ihrer Zeit im südlichen Bayern einzuordnen. Ihr teurer Schmuck spricht dafür, dass sie einst eine äußerst modebewusste Trendsetterin gewesen sein muss", sagte der Leiter des Landesamtes, Generalkonservator Mathias Pfeil laut Mitteilung. "Die Art, wie die Trägerin ihren Mantel mit der Scheibenfibel verschloss, dürfte zum Zeitpunkt der Bestattung gerade erst in Mode gekommen sein."

Die Funde seien "echte Statussymbole", sagte der Archäologe Jochen Haberstroh - "und zeugen heute von einer zeitweise perfekt funktionierenden internationalen Handels- und Verarbeitungskette im Mittelalter". Der Gautinger Gemeinderat muss nach Angaben des Landesamtes jetzt entscheiden, was mit den Funden passieren soll.

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