"Damit muss Schluss sein!" Schelte aus Niedersachsen wegen Tiertransporten aus Bayern

Thorsten Glauber spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild/dpa

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) wegen eines zweifelhaften Tiertransports heftig kritisiert.

Otte-Kinast informierte den Landtag in Hannover am Donnerstag über einen bevorstehenden Transport von 250 bis 300 Zuchtrindern vom ostfriesischen Aurich nach Marokko. Etwa 30 dieser Rinder kämen aus Bayern und machten wegen dort verfügter Transporthemmnisse in etliche Staaten außerhalb der EU einen über 1.000 Kilometer langen Umweg über Norddeutschland.

"Der Lkw mit den bayerischen Zuchttieren hätte direkt in Bayern abgefertigt werden können, ja müssen", sagte die Ministerin. Mit dieser Art von Kuh-Tourismus müsse Schluss sein in Deutschland. "Ich habe mein Haus bereits angewiesen zu prüfen, ob wir die Abfertigung der bayerischen Tiere in Niedersachsen verweigern können. Das Ziel ist klar: Bayerische Tiere werden zukünftig auch wieder in Bayern abgefertigt. Und nicht in Niedersachsen."

Dann holte die Ministerin in Richtung des bayerischen Umweltministers aus. "Wer sich aufgrund eines angeblichen Erlasses zur Untersagung von Tiertransporten, den es de facto gar nicht gibt, als großer Tierschützer feiern lässt, aber die Tiere sehenden Auges auf einen riesigen Umweg über Aurich schickt, der ist unehrlich gegenüber den Menschen und versündigt sich an den Tieren. Damit, Herr Kollege, muss Schluss sein." Sie verwahre sich dagegen, dass bayerische Behörden Niedersachsen als "Schlupfloch" bezeichnen und unterstellten, Niedersachsen genehmige Transporte, bei denen keine rechtskonforme Durchführung sichergestellt werden kann.