Crystal Meth Zeit des "Ameisenschmuggels" ist vorbei

Ein Crystal Meth Fund liegt in einem Zollamt. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild/dpa
Ein Crystal Meth Fund liegt in einem Zollamt. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild/dpa

Der Stoff war versteckt in Getränkedosen, Chipstüten oder Cremetuben. Fast täglich stellten Fahnder an der bayerisch-tschechischen Grenze Crystal Meth sicher. In der Grenzregion ist es inzwischen ruhig geworden. Eine gute Nachricht ist das jedoch nicht.

Der Markt für synthetische Drogen wie Crystal Meth erlebt nach Experteneinschätzung in Bayern derzeit einen grundlegenden Wandel. Während der im Freistaat erhältliche Stoff in den vergangenen Jahren überwiegend aus tschechischen Drogenlaboren gestammt habe, bestimmten inzwischen Drogen aus den Niederlanden den Markt, teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mit.

Diese Beobachtung macht auch der Zoll. Etwa von 2013 bis 2015 habe es an der bayerischen Grenze zu Tschechien nahezu täglich Aufgriffe von Schmugglern gegeben, die ein bis zwei Gramm Crystal für den Eigenbedarf von Tschechien nach Deutschland geschmuggelt hätten, sagte Michael Lochner, Sprecher des Hauptzollamts Regensburg. Die Täter hätten teils skurrile Verstecke für ihre Drogen gefunden. Doch die Zeiten des "Ameisenschmuggels" seien vorbei, "das ist komplett eingebrochen".

Im Moment sei es, was den Crystal-Schmuggel via Tschechien anbelangt, ruhig an der Grenze. Der Fahndungsdruck sei in den vergangenen Jahren sehr hoch gewesen, sagte Lochner weiter. "Wir haben momentan keine größeren Aufgriffe."

Aus dem Innenministerium heißt es dazu: "Die Fallzahlen des Schmuggels von Metamfetamin weisen in den letzten fünf Jahren an der Grenze zu Tschechien jährlich einen Rückgang auf." Crystal sind Metamfetamine in kristalliner Form. 2016 habe man noch 258 Fälle von Schmuggel registriert, 2020 nur noch 97. Schmuggel bedeutet nach rechtlicher Definition die Einfuhr von illegalen Substanzen in geringer Menge. Größere Mengen werden als illegale Einfuhr bezeichnet.

Nach wie vor arbeiten jedoch die bayerischen Behörden eng mit ihren tschechischen Kollegen zusammen, um Kriminalität an der Grenze zu bekämpfen. Die Zusammenarbeit werde von den Polizeipräsidien vor Ort als "unkompliziert und effizient" beschrieben, betonte der Ministeriumssprecher. Es gebe gemeinsame Streifen, Kontrollaktionen, Besprechungen, Schulungen, Übungen und auch Präventionsmaßnahmen.

Crystal Meth macht schnell süchtig. Nach dem Rausch leiden die Konsumenten oft an schweren Depressionen, die Einnahme kann zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen.

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