Die Corona-Situation in Deutschland scheint sich langsam zu entspannen. Die Infektionszahlen gehen zurück, die Impfkampagne nimmt Fahrt auf, es wird wieder gelockert. Doch überstanden ist die Pandemie nicht. Weiterhin stecken sich täglich Tausende Menschen mit Sars-CoV-2 an - und Hunderte sterben an oder mit Covid-19. Der renommierte Neuropsychologe und Psychotherapeut Thomas Thun schlägt deshalb vor, diejenigen, die das Risiko bis heute verdrängen und damit sich wie andere gefährden, bei ihren Emotionen zu packen - zum Beispiel mit Hilfe einer aufrüttelnden Plakat-Kampagne. Unsere Redaktion hat mit ihm darüber gesprochen - genau wie über die psychischen Folgen der Krise.

Herr Thun, manche Kinder waren heuer erst ein paar wenige Tage in der Schule - und gar nicht im Sportverein. Viele Eltern haben seit Monaten Existenzängste. Alte Menschen vereinsamen. Droht uns nach dem physischen Leid und dem ökonomischen Schaden, die die Pandemie angerichtet haben, nun eine Welle von psychischen Erkrankungen?