Überlastete Intensivstationen Patientenverlegungen aus Bayern gehen weiter

Auf dem Flughafen Münster-Osnabrück steht eine Maschine der Luftwaffe mit sechs Coroa-Patienten aus Süddeutschland. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild/dpa

Die vierte Corona-Welle tobt weiter in Bayern. Auch am Samstag sind Intensiv-Patienten in andere Bundesländer gebracht worden, weil es in weiten Teilen des Freistaats kaum mehr Kapazitäten gibt.

Am Samstag sind weitere schwer kranke Patienten aus Bayern zur intensivmedizinischen Versorgung in andere Bundesländer verlegt worden. Das sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in München. Bis zum Abend sollten zwei Patienten von München aus nach Hamburg und jeweils zwei nach Köln, Düsseldorf und Dortmund geflogen werden. Mit Krankenwagen sollten weitere drei Corona-Patienten von Schwaben aus ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz gebracht werden.

Die Intensivstationen vieler Krankenhäuser im Freistaat sind überlastet, weil dort viele schwer an Corona erkrankte Menschen versorgt werden müssen.

Unterdessen sank die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern am Samstag leicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Samstagmorgen mit 634,5 an - am Tag zuvor lag der Wert bei 652,3.

13.422 neue Infektionen und 72 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona meldeten die bayerischen Gesundheitsämter laut RKI innerhalb von 24 Stunden (Stand: Samstag, 9.45 Uhr).

Die höchste Inzidenz wies demnach der Landkreis Freyung-Grafenau mit 1410,2 aus - gefolgt von den Kreisen Rosenheim und Rottal-Inn. Insgesamt lagen neun Landkreise und Städte über der 1000er-Marke. Am Freitag waren es noch zwölf Regionen.

Nachdem am Freitag nach RKI-Daten auch im Landkreis Deggendorf die Inzidenz erstmals seit Geltung der neuen Hotspot-Regelung über der 1000er-Schwelle gelegen hatte, griffen nun auch dort die Vorgaben für einen regionalen Hotspot - Restaurants, Hotels, Sport- und Kulturstätten müssen schließen, obwohl die Inzidenz am Samstag wieder unter der 1000er-Grenze lag (950,0).

Bereits am Freitag hatte ein Airbus der Bundeswehr sechs Intensivpatienten aus Bayern ausgeflogen. Der Luftwaffen-Airbus soll erst am Sonntag wieder im Einsatz sein und sechs weitere Intensivpatienten nach Norddeutschland bringen. Die anderen Flüge erfolgten mit Ambulanz-Flugzeugen privater Anbieter.

In der Nacht zum Samstag ging ein weiterer Flug mit zwei Patienten nach Hamburg. Insgesamt sollen bis zum Sonntagabend 30 Intensivpatienten ausgeflogen sein. Alle kämen aus den drei Regierungsbezirken, Oberbayern, Niederbayern und Schwaben. Insgesamt sollen zunächst 50 bayerische Patienten verlegt werden, rund 30 davon bis Sonntag.

Am Freitagabend war am Münchner Flughafen ein Lufthansa-Flug aus dem südafrikanischen Kapstadt angekommen. Es war der letzte Flug, der vor Inkrafttreten der neuen Regelungen zu Virusvariantengebieten landete. Nach Inkrafttreten dürfen die Fluggesellschaften im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen aus den fraglichen Ländern einfliegen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die erstmals im südlichen Afrika nachgewiesene Virusvariante Omikron als besorgniserregend eingestuft. Die Passagiere seien zum Teil vom Flughafen aus in Länder des Nicht-Schengen-Raumes weitergereist, teilte ein Sprecher mit.

Ein weiterer Teil der Insassen des Lufthansa-Airbus 350, dessen rund 300 Sitzplätze fast voll besetzt gewesen seien, sei in München und Umgebung zu Hause oder im Hotel und befinde sich in Quarantäne. Einige Passagiere seien auch innerhalb des Schengen-Raumes vom Flughafen aus weitergereist. Entscheidungen über Infektionsschutzmaßnahmen müssten dann am Zielort getroffen werden.

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