Wiedereröffnung an Bayerns Schulen Das hält der Philologenverband von den Plänen des Kultusministeriums

, aktualisiert am 22.04.2020 - 16:35 Uhr
Am Unterricht teilnehmen müssen zunächst keine Schüler und Lehrer mit Vorerkrankungen sowie Lehrkräfte über 60 Jahren (Symbolbild). Foto: Marijan Murat/dpa

Das bayerische Kultusministerium will nach den Maßnahmen gegen die mutmaßliche Ausbreitung des Coronavirus den Unterricht an Bayerns Schulen neu starten und dafür Pläne vorgestellt. Unter anderem sollen Lehrer über 60 vorerst nicht vor der Klasse stehen. Jetzt hat sich der bayerische Philologenverband zu den Plänen geäußert.

Abitur und Streichung der Klausuren Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) erläutert, er begrüße die Entscheidung des Ministeriums, ab sofort auf Leistungsnachweise in den Abschlussklassen zu verzichten. Die Zeit der Ungewissheit habe damit ein Ende, alle können nun gemeinsam an ihrem Ziel - dem Abitur - arbeiten.

Masken in der Schule

Er sei für eine Maskenpflicht in bestimmten Situationen, erklärt der bpv-Vorsitzende. Gerade auf den Gängen oder in der Aula könne es mitunter sehr eng zugehen: „Deswegen raten wir allen Beteiligten dringend, in solchen Bereichen eine Maske zu benutzen.“

Risikogruppen und Lehrkräfte

Risikogruppen wie Vorerkrankte oder Schwan­gere im Blick zu haben bei den Maßnahmen sei richtig. Daneben dürften aber auch diejenigen nicht vergessen werden, die zuhause Kontakt zu Risikogruppen haben, weil sie zum Beispiel ihre Eltern pflegen. Einzel- und Härtefall-Lösungen müssten möglich bleiben. Gleichzeitig forderte der Vorsitzende des Verbands, dass bestimmte Lehrer, die selbst Kinder haben, weiterhin Zugang zur Notbetreuung haben."

Sorge um die Situation an Beruflichen Oberschulen

"Mit Sorge beobachten wir die Lage an den Beruflichen Oberschulen, wo fast 50 Prozent der Schüler in Abschlussklassen sind. Ein großzügiges Aufteilen der Kurse im Schul­gebäude ist schon allein wegen der Schülerzahl nicht so einfach möglich. Wir erwarten uns hier deutliche Regelungen, wie der Betrieb entzerrt werden kann, denn an den Beruflichen Oberschulen beginnt das Abitur erst Mitte Juni - es liegen also mehr als sechs Wochen Unterricht vor den Beteiligten. Hier besteht die Möglichkeit einer Art Blended Learning - also einer Mischung aus Präsenzunterricht und Online-Lernen von zuhause." sagt Schwägerl.

Ministerium plant schrittweisen Neustart

"Es gibt Risikogruppen, besonders gefährdete Menschen, sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Lehrkräften", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Mittwoch in München. "Da ist selbstverständlich die Teilnahme am Präsenzunterricht bei einem entsprechend fachärztlichem Attest nicht notwendig."

Dies gelte auch für schwangere Lehrerinnen. Grundsätzlich seien alle Lehrkräfte wie bisher im Dienst, entweder in der Schule oder für das Lernen zu Hause, betonte Piazolo. Die Über-60-Jährigen könnten auf freiwilliger Basis vor den wegen des Abstandsgebots verkleinerten Klassen lehren. Wie lange die Regelung für die ältesten Lehrkräfte gelte, sei noch unklar, erläuterte Piazolo. Er gehe aber nicht davon aus, dass das nächste Schuljahr unter völlig normalen Umständen starten werde.

Abstand "kann, soll und muss" eingehalten werden

Zudem soll es an Bayerns Schulen keine generelle Maskenpflicht geben. "Wir haben in den Schulen nun bewusst Bedingungen geschaffen, unter denen der Abstand eingehalten werden kann und soll und muss", sagte Piazolo. Dennoch halte er Masken in bestimmten Situationen für angemessen, etwa beim Ankommen im Schulgebäude oder dem Toilettengang. Das Ministerium werde daher versuchen, nicht nur den Lehrern, sondern auch allen Schülern Alltagsmasken zur Verfügung zu stellen, sofern diese keine haben. Ein Unterricht mit Masken sei zwar kaum durchführbar, betonte der Kultusminister – auf dem Schulweg mit Bus und Bahn seien die Behelfsmasken hingegen Pflicht.

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