Corona-Krise Apotheken verzeichnen höheren Umsatz

In Apotheken stieg im Februar die Nachfrage (Symbolbild). Foto: dpa

In den Apotheken ist während der Corona-Pandemie die Nachfrage nach bestimmten Produkten gestiegen, was sich auch auf die Preise ausgewirkt hat. 

Die Corona-Krise hat manche Wrtschaftszweige hart getroffen, in anderen war dagegen eine steigende Nachfrage zu verzeichnen. Letzteres war etwa bei Apotheken der Fall. Dem Statistischen Bundesamt zufolge machten Apotheken bundesweit im Februar sechs Prozent mehr Umsatz als noch im Februar 2019. Das lag nicht nur an der höheren Nachfrage an Medikamenten, sondern vielmehr an der steigenden Nachfrage bei Desinfektionsmitteln, kosmetischen Produkten und Atemschutzmasken. Bei einigen Medikamenten ergaben sich zudem Sondereffekte aufgrund von Hinweisen durch Gesundheitsinstitutionen.

Hohe Nachfrage bei bestimmten Medikament

In bayerischen Apotheken war eine steigende Nachfrage nach Paracetamol in der zweiten Märzhälfte zu verzeichnen, wie Thomas Metz vom Bayerischen Apothekerverband auf idowa-Anfrage mitteilt. „Als die Weltgesundheitsorganisaton (WHO) davon abgeraten hatte, bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus das Medikament Ibuprofen einzunehmen, stieg die Nachfrage nach Paracetamol“, begründet er die Entwicklung. Zudem riet der nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika ab. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (Aspirin) und Diclofenac. Tage später ruderte die WHO zurück und informierte, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe. „Durch diese Meldung ließ die Nachfrage nach Paracetamol nach“, sagt Metz.

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Preisanstieg vor allem bei rezeptfreien Medikamenten

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist unabhängig von Corona-Effekten bei Medikamenten in den vergangenen fünf Jahren ein Preisanstieg zu beobachten. Die Preisentwicklung hängt dabei stark davon ab, ob es sich um rezeptfreie oder rezeptpflichtige Medikamente handelt. „Bei rezeptfreien Medikamenten gibt es eine freie Preisbildung. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Die Preise für rezeptpflichtige sind staatlich reguliert“, erklärt Metz. Zwischen März 2015 und März 2020 verteuerten sich die die rezeptfreien Medikamente um 11,1 Prozent, die rezeptpflichtigen dagegen verteuerten sich um nur 2,7 Prozent.

„Die Preise steigen oft schon beim Zwischenhändler“, sagt Metz. Die Apotheken würden deshalb dann ebenfalls die Preise erhöhen. Vor allem spiegelte sich der Anfang der Corona-Krise in einem Umsatzanstieg bei den Apotheken wegen des gestiegenen Absatz von Infektionsmitteln und Atemschutzmasken wider. „Seitdem die Menschen nur noch aus triftigen Gründen einkaufen dürfen, fehlt den Apotheken die Laufkundschaft. Es ist deshalb ruhiger geworden“, sagt Metz.

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