Corona-Fälle in Krebsstation Klinikum Freising testet gesamte Belegschaft

Am Klinikum Freising gibt es fünf bestätigte Coronavirus-Infektionen auf der Krebsstation. (Symbolbild) Foto: Jonas Güttler/dpa

In der Krebsstation des Klinikums Freising sind drei Patienten und zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die betroffene Abteilung wurde geschlossen und die Patienten in andere Stationen verlegt, wo sie weiterhin medizinisch versorgt werden. Das Klinikum hat beschlossen, die komplette Belegschaft testen zu lassen, allein am Dienstag sollen bei mindestens 700 der rund 1.000 Mitarbeiter Abstriche vorgenommen worden.

Das Landratsamt geht davon aus, dass durch den kompletten Test in der Belegschaft auch weitere Fälle identifiziert werden, bei denen keine Corona-Symptome vorliegen, unabhängig von diesem Ausbruch. Freisings Landrat Helmut Petz (Freie Wähler) verspricht sich dadurch auch für andere Einrichtungen Erkenntnisse: „Das Ergebnis wird auch Folgen für Altenheime haben.“ Ausgelöst hat die Infektionskette offenbar ein Mitarbeiter des Klinikums: „Der Patient null“ sei ein Pflegeschüler, wie Dr. Christian Fiedler, der Leiter der Notaufnahme, am Dienstag in einer Pressekonferenz mitteilte. Daraufhin wurden bei allen Patienten und Mitarbeitern aus dem Umfeld des Erkrankten Tests vorgenommen. 

Nach Angaben des Klinikums zeigen die mit dem Virus infizierten Patienten der Krebsstation bislang keine Symptome, die der Coronavirus-Erkankung zuzuordnen sind. Dem Pflegeschüler selbst gehe es mittlerweile wieder etwas besser, der andere Mitarbeiter habe Fieber. Einer der infizierten Patienten hat sich offenbar trotz Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen infiziert. Das Virus sei möglicherweise über Aerosole übertragen worden, sagte Notaufnahme-Leiter Christian Fiedler.

„Die Tragweite des Ganzen lässt sich noch nicht abschätzen“, sagte der Landrat. Denn noch stehen die Ergebnisse von 50 weiteren Kontakten aus. „Insgesamt 88 Personen wurden abgestrichen, fünf waren positiv, 26 negativ. Zwei Personen konnten bisher nicht erreicht werden“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Kathrin Mariß-Heinrich. Zu den bereits negativ Getesteten zählen auch die Ärzte der Onkologie.

Darüber hinaus hat es einen Coronafall unabhängig vom Ausbruch auf der Station gegeben: Ein Notfallpatient war in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli eingeliefert worden, berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier in einer Pressemitteilung. Auch hier wurden die Kontakte ermittelt, der Fall habe aber bisher keine weiteren Infektionen nach sich gezogen.

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