Corona-Fälle im Landkreis Deggendorf Von 66 auf 100 an einem Tag – Inzidenzwert gerissen

Zwischenzeitlich steht die Corona-Ampel für den Landkreis Deggendorf auf Stufe „Dunkelrot“. (Symbolbild) Foto: Lino Mirgeler/dpa

Nur einen Tag hat es gebraucht, um die Corona-Ampel im Landkreis Deggendorf von Rot auf Dunkelrot springen zu lassen. Wie das zuständige Landratsamt gegenüber idowa bestätigte, hat der Landkreis die Marke von 100 positiven Corona-Tests auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen am Montagabend gerissen.

Am Montagmorgen hatte die Lage noch angespannt, aber stabil ausgesehen. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Deggendorf stand auf 66,1. Stadt und Landkreis Deggendorf zählten zu diesem Zeitpunkt 649 positive PCR-Tests auf Sars-CoV-2. Bis zum Sonntagabend waren im Vergleich zum Vortag fünf weitere Menschen positiv getestet worden. Doch in den Stunden darauf sollte sich alles sehr schnell ändern.

Am Nachmittag kam vom Landratsamt Deggendorf bereits eine erste Ankündigung – und eine Einladung zu einem Mediengespräch mit Landrat Christian Bernreiter. Später dann vom zuständigen Sachgebiet die Bestätigung. „Heute sind Stand 16 Uhr 43!!! Infektionen bekannt geworden. Das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Pandemie. Stand jetzt wurden die letzten sieben Tage 120 Neuinfektionen bekannt. Die 7-Tages-Indzidenz liegt – Stand jetzt – bei 100,44“, schreiben die Verantwortlichen der Behörde wörtlich in einer Mitteilung an die Presse.

Das Infektionsgeschehen sei breit gestreut, heißt es in der Mitteilung des Landratsamts weiter: „Aktuell sind elf Schulen, weiterführende Schulen, aber auch Grundschulen, zwei Kindergärten, zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen vom Infektionsgeschehen betroffen. Mit betroffen ist auch die Grundschule Metten. Hier wurde das gesamte Lehrerkollegium unter Quarantäne gestellt, so dass hier faktisch ab morgen die Schule geschlossen ist. Die Schulleitung möchte für einzelne Klassen Distanzunterricht anbieten, arbeitet aber auch mit Hochdruck an einer Notbetreuung.“

Über die Konsequenzen, die die Landkreis-Behörden selbst aufgrund der maximalen Warnstufe treffen wollen, war zunächst nichts bekannt. Der Freistaat schreibt vor, dass bei Warnstufe Dunkelrot nur noch maximal fünf Menschen oder zwei Hausstände bei Kontakten, privaten Feiern und im öffentlichen Raum zusammenkommen dürfen. Außerdem gilt dann eine Maskenpflicht, „wo Menschen dicht und länger zusammen sind, unter anderem auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, Arbeitsstätten, Freizeiteinrichtungen, Kulturstätten, auch am Platz in Schulen aller Jahrgangsstufen und Hochschulen“, sowie eine Sperrstunde ab 21 Uhr, Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 21 Uhr, Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen ab 21 Uhr Maximal 50 Menschen für Veranstaltungen aller Art; mit Ausnahme von Kirchenveranstaltungen, Demonstrationen und Hochschulen.

Bei der Maskenpflicht in Grundschulen allerdings hatte sich herausgestellt, dass Städte und Gemeinden dort einen gewissen Ermessensspielraum haben. So hatten unter anderem die Stadt München und der Landkreis Ebersberg trotz 100er-Inzidenz die Maskenpflicht für Grundschüler ausgesetzt. Wie sich der Landkreis Deggendorf in dieser Frage entscheiden würde, war am Montagabend die wohl wichtigste Frage. Aber auch diese Hoffnung hatte sich am Montagabend für die Eltern von Grundschulkindern zerschlagen. „Wir sehen leider keine Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung erteilt zu bekommen“, schreibt Landrat Bernreiter in einem persönlichen Appell an die Bevölkerung: „Im Gegenteil: Es gibt aktuell mehrere betroffene Grundschulen. Die Grundschule Metten ist ab morgen wegen einem Fall mit Quarantäne des kompletten Lehrerkollegiums ganz geschlossen. Auch weitere Schulen sind betroffen.“

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