Corona-Ausbruch in Mamming Hygienekonzept nicht eingehalten – Tests in weiteren Betrieben

Die Pressekonferenz am Sonntagnachmittag im Landsratsamt Dingolfing-Landau. Foto: Monika Ebnet

Nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) ist am Sonntag eine kurzfristige Pressekonferenz einberufen worden. Bei dieser informierten Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml und Dingolfing-Landaus Werner Bumeder über die aktuelle Situation.

Nach Bekanntwerden der ersten sieben Fälle wurde mit der Anordnung der Reihentestung zügig und konsequent gehandelt, sagte Melanie Huml. Es sei wichtig gewesen, schnell Quarantänemaßnahmen zu ergreifen.
Von Seiten des Staatsministeriums heißt es, jeder könne sich beim Hausarzt testen lassen. Es sollen mobile Einheiten für die Bevölkerung vor Ort geschaffen werden. Saisonarbeitskräfte werden zudem weiter getestet. Auch am Sonntag wurden schwerpunktmäßig weitere Testungen durchgeführt.

Hygienekonzept teilweise nicht eingehalten

Nachdem erste Erntehelfer mit Symptomen zur Arbeit gingen, wurden Tests durchgeführt, wie Landrat Bumeder die Ereignisse rekapitulierte. Ab dann habe man den Erntehelfern nur noch erlaubt auf direktem Weg auf das Feld zu gehen. Nachdem das Ausmaß der Corona-Infektionen bekannt wurde, wurde sofort Quarantäne für den Mamminger Betrieb verhängt. Offenbar war ein im Vorfeld bestehendes Hygienekonzept von Seiten des Landwirts nicht korrekt umgesetzt worden. Man habe eine strikte Trennung von Gruppen mit je 25 Menschen angestrebt, dies sei so nicht geschehen. Außerdem habe es möglicherweise gemeinschaftliche Busfahrten zu Einkaufszentren gegeben. Dass die infizierten Erntehelfer beim Einkaufen andere Menschen angesteckt haben, gilt als eher unwahrscheinlich: Hier sei das Ansteckungsrisiko sehr gering, hieß es. 

Die infizierten Erntehelfer stammen aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien un der Ukraine. Seit Sonntag laufen Ermittlungen, um Kontaktpersonen zu identifizieren. Der Landrat bittet um Besonnenheit. Nach RKI-Empfehlungen ist erst dann ein Risiko gegeben, wenn Betroffene 15-minütigen Sprechkontakt hatten. Es werde weiter daran gearbeitet, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. "Die Devise muss heißen: testen und handeln." Das Landratsamt habe die Situation nach jetzigen Erkenntnissen unter Kontrolle. Das Ausbruchsgeschehen sei begrenzt, zwar gebe es vereinzelt andere Coronavirus-Fälle im Landkreis, diese würden aber laufend gemeldet. Von Erntehelfern bei anderen Betrieben sei aktuell nichts bekannt.

Huml empfiehlt Bevölkerung Corona-Tests

Auf die Frage, ob nun ein Lockdown für die Region Dingolfing-Landau drohe, sagte Gesundheitsministerin Huml, das komme darauf an, ob das Infektionsgeschehen auf eine bestimmte Gruppe und einen Arbeitgeber beschränkt werden könne. Nun müsse getestet werden, um festzustellen, ob weitere Personen außerhalb des Betriebes betroffen sind. Auch Tests in anderen Betrieben in der Region stellte Huml in Aussicht. Das sei wichtig, um herauszufinden, ob es auch dort Ausbrüche gegeben habe. Da die Zahl der positiven Fälle deutlich über dem Grenzwert von 50 liegt, der eine Abriegelung nötig machen würde, empfahl die Ministerin der Bevölkerung, sich testen zu lassen. Das sei wichtig, um im Falle eines negativen Ergebnisses weiterhin reisen zu können.

Nach Einschätzung von Bumeder und Huml sind durch den Ausbruch aktuell wohl keine Auswirkungen auf Kultur und Freizeitveranstaltungen in der Region zu befürchten. Man werde weitere Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Ministerium besprechen, hieß es. Der Landrat zeigte sich "sehr zuversichtlich, dass das Kulturprogramm, das momentan ohnehin nur im kleinen Rahmen stattfindet, weiter umgesetzt werden kann." 

Ein Bauzaun grenzt aktuell das Gelände ab, heißt es weiter. Sicherheitsdienst und die Polizei überprüfen die Einhaltung der Quarantäne. Positiv Gesteste bleiben von negativ gesteten Mitarbeitern getrennt. Ein Infizierter befindet sich aktuell in stationärer Behandlung, die ärztliche Versorgung vor Ort ist ebenfalls sichergestellt.

Testungen in elf weiteren Betrieben

Die Verantwortlichen wollen sich den Ausbruch nun zum Anlass nehmen, um in elf weiteren großen Gemüseanbau-Betrieben im Landkreis großflächig zu testen. Diese Tests hätten heute bereits begonnen, hieß es. Auch müsse man in Zukunft an der Unterbringung der Arbeitskräfte arbeiten, Hygieneregeln strikter umsetzen und Arbeitsgruppen sorgfältiger voneinander trennen, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading