Co-Trainer der LA Kings Marco Sturm: "Draisaitl? Als Typ wie Nowitzki"

Marco Sturm, Co-Trainer der LA Kings in der NHL, ist froh, aktuell in seiner niederbayerischen Heimat zu sein. Foto: fotostyle-schindler.de

Hinter Marco Sturm liegt seine zweite Saison als Co-Trainer der LA Kings. Im Interview spricht er über die Aufgabe, den deutschen Top-Star Leon Draisaitl und die Corona-Situation in den USA.

Seit rund sieben Wochen ist Marco Sturm mit seiner Familie wieder in Deutschland. Die Reise aus den USA lief für den ehemaligen Eishockey-Bundestrainer anders ab als sonst. Einen Direktflug gab es nicht, nach der Landung ging es für zwei Wochen in Quarantäne. Im Interview spricht der gebürtige Dingolfinger und CoTrainer der Los Angeles Kings in der National Hockey League (NHL), über Corona, die abgelaufene Saison und die deutschen Top-Stars in der NHL.

Herr Sturm, Corona hält die Welt in Atem, in den USA ist die Lage besonders schlimm. Wie haben Sie es vor Ort erlebt?
Marco Sturm: Da Europa zeitlich voraus war, haben wir es als Europäer schon immer verfolgt und es kommen sehen. Die Amerikaner ein bisschen weniger, wie man sieht. Dann ging es doch ziemlich schnell. Das Thema war ein bisschen da, dann gab es einen Fall im Basketball und am nächsten Tag war alles zu. Es ist viel passiert in kürzester Zeit. Amerika hat es wirklich schwer getroffen.

Wenn man die Situation in Deutschland und den USA vergleicht: Sind Sie froh, mit der Familie hier zu sein?
Sturm: Absolut. Ich bin jetzt auch stolz, Deutscher zu sein. Ich habe beide Seiten gesehen, was funktioniert und was nicht. Es gibt ja auch immer noch Deutsche, die schimpfen. Im Großen und Ganzen, wenn man die andere Seite sieht, hat Deutschland sicherlich alles richtig gemacht.

Wie bewerten Sie andererseits die Politik von Donald Trump in den USA?
Sturm: Es ist einfach anders. Es ist von der Größe her schon ein ganz anderes Land, deshalb kann man das nicht ganz vergleichen. Trotzdem wurde grundsätzlich anders gehandelt, deswegen ist die Situation auch so. Die Zahlen werden momentan immer schlechter. Wir als Familie verfolgen das täglich und hoffen einfach nur, dass es in naher Zukunft wieder besser wird.

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Machen Sie es von der Entwicklung der Corona-Situation abhängig, wann Sie mit der Familie wieder nach Amerika gehen?
Sturm: Da gibt es auch Überlegungen. Die Schule beginnt jetzt wieder mit Homeschooling, deshalb werden wir erst einmal in Deutschland bleiben, weil wir uns da einfach wohler und sicherer fühlen. Bei mir ist es noch egal, wir beginnen Stand jetzt erst im November mit dem Trainingslager und erst im Dezember mit der neuen Saison.

Die aktuelle Saison läuft noch, die Playoffs beginnen. Wie blicken Sie voraus?
Sturm: Ich werde es sicher verfolgen und denke, sie ziehen das wie hier in der Bundesliga knallhart durch. Interessant wird, wie es ohne Zuschauer ist. Generell lebt der Sport ja von Emotionen. Es wird für die Spieler nach der langen Pause auch schwierig, sie werden jeden zweiten Tag spielen, das ist nicht Ohne. Wer sich am Ende durchsetzt, ist völlig offen.

Ihr Team, die LA Kings, ist in den Playoffs nicht mehr dabei. Wie blicken Sie auf die Saison zurück?
Sturm: Aufgrund der zweiten Hälfte sind wir zuversichtlich und positiv mit Blick auf die nächsten Jahre. Wir haben einen neuen Trainer bekommen, ein neues System gehabt, viele neue junge Spieler. Die ersten 30 Spiele hat das gedauert, aber wenn man die Zeit danach nimmt, dann war es sehr gut. Wir stehen aber noch am Anfang, das Projekt braucht eine gewisse Zeit.

Es war Ihr zweites Jahr als Co-Trainer in Los Angeles. Was haben Sie für sich mitgenommen?
Sturm: Einiges. Ich habe das große Glück, mit Todd McLellan einen Cheftrainer zu haben, der schon viel erlebt hat. Das merkt man einfach. Auch wenn die Ergebnisse teilweise nicht so gestimmt haben, war es für mich jeden Tag ein Genuss, ins Stadion zu gehen. Ich sehe mich aktuell auch nicht in einer anderen Rolle. Ich habe die NHL jetzt aus einem anderen Blickwinkel kennengelernt. Wenn ich was mache, will ich es auch richtig machen. Am Ende des Tages braucht man mehr Erfahrung, die sammle ich nun.

Auf Seite 2 des Interviews spricht Marco Sturm über Leon Draisaitl, Tim Stützle und Stefan Loibl.

 

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