Die Alpenrepublik bebt. Und zwar unter den Chat-Protokollen von Regierungsmitgliedern, Höchstrichtern, Spitzenbeamten und Managern, die seit Wochen peu à peu an die Öffentlichkeit dringen und ein Sittenbild der Extraklasse zeichnen. Ein Verfassungsrichter trat zurück, ein Top-Manager ebenso, ein ohnehin schon suspendierter Justizsektionschef (ranghöchster Beamter im Ministerium) ist quasi erledigt - dazu ein Kanzler, der mit einer Anklage rechnen muss, und Minister im Visier der Justiz. Na bumm, könnte man sagen, was ist da los?

Gleichzeitig ist aber auch eine wilde Debatte darum entbrannt, wie viel von beruflichen oder privaten Handy-Chats die Justiz interessieren und was davon an die Öffentlichkeit gelangen darf. Beziehungsweise ob es nicht so etwas wie ein Briefgeheimnis und Persönlichkeitsrechte auch für moderne Kommunikationsmittel wie Whatsapp oder SMS gibt.