Der Landkreis Cham hat einen Drachen, der Landkreis Nordsachsen drei Bären. Neben dem animalische Unterschied gibt es aber jede Menge Gemeinsamkeiten der beiden Regionen, haben die Landräte Franz Löffler und Kai Emanuel beim Besuch einer Delegation aus Ostdeutschland am Donnerstag festgestellt. Die Nordsachsen verschaffen sich derzeit einen Eindruck, was der Landkreis an der tschechischen Grenze zu bieten hat.

Löffler stellte Cham in einem ausführlichen Referat vor. Der Landrat erklärte auch die bayerische Besonderheit der Bezirke, die als weitere politische Ebene zwischen Staatsregierung und Kommunen angesiedelt sind.

Löffler zählte die Aushängeschilder der regionalen Wirtschaft auf, brachte Zahlenmaterial zur Fläche des Landkreises, Höhe der Berge oder demografischen Entwicklung der Region zu Gehör. Als Musterbeispiele erwähnte er die Fortschritte beim Breitbandausbau, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Tourismus sowie die Entwicklung vom Wegzug- zum Zuzugslandkreis. Mit "Fanny", dem Drachen aus Deutschlands ältestem Freilichtschauspiel in Furth im Wald, zeigte er den Gästen einen ganz besonderen Vierbeiner aus heimischer Produktion.

Dann war Landrat Emanuel an der Reihe, der sich "kürzer halten" wollte. Auch er sprach über seinen Landkreis, dessen Innovationen - und über Tiere. Genauer gesagt ging’s um Bären. Gehören dem Landratsamt des Kreises Nordsachsen doch die Torgauer Bären. Sie haben eine beinahe 600-jährige Tradition und es heißt, "solange es denen gut geht, geht’s auch dem Landkreis gut". In Furth im Wald gilt eine ähnliche Losung: "Furth lebt - solange der Drache stirbt."

Im Grunde, sagte Emanuel, würden sich die Landkreise Cham und Nordsachsen kaum unterscheiden. Da gäbe es andere Regionen, die stärker differieren. Das habe sich zwischen den politischen Repräsentanten beim deutschen Landkreistag abgezeichnet. Dort hatten Löffler und Emanuel den Besuch vereinbart.

Angekommen sind die Sachsen bereits am Mittwoch. Im Chamer Rathaus hieß sie Bürgermeisterin Karin Bucher herzlich willkommen. Gestern reisten die Besucher durch den Landkreis. Beim Lindner in Bad Kötzting machten sie Mittag, nachmittags gab’s von Bürgermeister Markus Hofmann Infos zum Gesundheitsstandort mit Sinocur und Kurpark. Station machten die Gäste in Arrach und Neukirchen beim Heiligen Blut. Abends fuhren sie zurück nach Cham. Heute, Freitag, geht es zum Industriestandort Roding, den Bürgermeister Franz Reichhold vorstellen wird.