Campusleben Davids Erkenntnisse im Wintersemester 2019/2020

7. Februar 2020
#116: 145 Seiten
Es ist vollbracht! Pünktlich zum Semesterende bin ich mit meiner Zulassungsarbeit fertig geworden. 145 Seiten später kann ich mir nun endlich eine Auszeit gönnen und nochmal Kraft tanken. Kraft, die ich gut brauchen kann, wenn ich für meine Staatsexamensprüfungen im Herbst lerne. Doch bevor ich mich in die Semesterferien verabschiede, möchte ich alles festhalten, was ich beim Schreiben meiner Zulassungsarbeit gelernt habe. Vielleicht hilft das ja allen, die bald auch eine wissenschaftliche Arbeit schreiben müssen.

Die richtige Themenwahl

Mein erster Tipp ist simpel, aber nicht jedem bewusst: Such’ dir ein Thema, das dich interessiert! Du wirst dich nämlich lange damit beschäftigen und dann fällt es dir leichter, dich zu motivieren. Ich habe zum Beispiel mein Hobby, das Theaterspielen, mit meinem Lehramtsstudium verbunden und darüber geschrieben, wie man durch Schauspiel im Deutschunterricht Gedichte interpretieren kann. Ich konnte deshalb meine Begeisterung fürs Theater nutzen. Viele meiner Kommilitonen hatten es nicht so leicht. Sie hatten keinen persönlichen Bezug zu ihrem Thema. Deswegen war das Schreiben für sie oft eine Qual.

Aller Anfang ist schwer

Das größte Problem beim Schreiben war der Anfang. Ich fand einfach keinen Einstieg. Bei Seminararbeiten mit etwa 15 Seiten habe ich immer direkt bei der Einleitung begonnen und dann durchgeschrieben. Bei der Zulassungsarbeit wollten sich die Seiten so nicht füllen lassen. Eine Kommilitonin hat mir dann einen hilfreichen Rat gegeben: Fang’ irgendwo mitten in der Arbeit an! Das habe ich daraufhin getan und siehe da: Es half. Ich kam in einen ungebremsten Schreibfluss.

Zeitplanung

Wichtig: Plane genug Zeit für das Schreiben der Arbeit ein! Mir hat es dabei sehr geholfen, in einer Übersicht über die Monate bis zur Abgabe genau festzulegen, bis wann ich was fertig schreiben will. Außerdem habe ich mich frühzeitig darüber informiert, wie lange das Binden der Arbeit dauert. Einfache Spiralbindungen sind innerhalb weniger Minuten erledigt, Klebebindungen können ein paar Tage dauern. Das solltest du unbedingt in deine Zeitplanung einrechnen.

Sicher ist sicher

Worst Case: Das Schreibprogramm stürzt ab und die Datei mit der wissenschaftlichen Arbeit ist plötzlich beschädigt. Mir blieb das zum Glück erspart, weil ich dementsprechende Vorkehrungen getroffen habe. Ich habe meine Arbeit dazu in einer Cloud gesichert. Dadurch hatte ich nicht nur eine Ausweichversion, wenn Word mal wieder streikte, sondern auch, wenn ich meinen USB-Stick verloren hätte.

Hilfe holen

Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, braucht Literatur, auf die er sich berufen kann. Nicht nur die Literatursuche kann schwierig sein, auch die Suche nach den richtigen bibliografischen Angaben ist oft kompliziert. Hier kannst du dir helfen lassen. Sprich einfach die Mitarbeiter der Bibliothek an. Sie kennen sich aus und helfen dir bei Literaturrecherche und -angaben. Auch mir standen sie bei Fragen und Problemen zur Seite.

Belohnungen

Mein letzter Tipp hilft dir, dich zum Schreiben zu motivieren: Belohne dich selbst. Das können kleine Dinge wie Schokolade oder ein guter Kaffee sein oder eine große Belohnung für die Zeit nach der Abgabe. Dann hast du etwas, auf das du dich in Pausen und, wenn du fertig bist, freuen kannst. Mit diesen Tipps verabschiede ich mich in die Semesterferien. Neue Teile meiner Kolumne gibt es wieder ab Freitag, 24. April 2020.
 

31. Januar 2020
#115: Letzte Male
Weil ich nach diesem Semester nur noch für mein Examen lernen muss, erlebe ich derzeit viele letzte Male im Studium, so auch mein allerletztes Referat. Traurig, dass ich danach (hoffentlich) nie wieder ein Referat halten werde, bin ich nicht. Ich bin froh, denn manche Kurse bestanden nur aus Referaten und das war auf Dauer ziemlich anstrengend ...

24. Januar 2020
#114: Zero Waste
Wer sich ab sofort in einer Cafeteria der Uni Regensburg einen Kaffee holt, entdeckt etwas Neues: Neben Einwegbechern gibt es jetzt auch Mehrweg-Tassen, die man für ein Pfand ausleihen und in die Vorlesung mitnehmen kann. Damit geht unsere Uni einen weiteren Schritt in Richtung Zero Waste, nachdem vergangenes Jahr bereits ein Großteil der Einwegverpackungen gegen Mehrweggläser ausgetauscht wurde. Weiter so! Und an alle Studenten: Tassen immer schön zurückbringen, nicht dass die Alternative zum Pappbecher doch wieder verschwindet.

17. Januar 2020
#113: Eiskalt
Direkt nach der vorlesungsfreien Zeit zum Jahreswechsel ist an unserer Uni in Regensburg in einem Teil des Campus die Heizung ausgefallen. In allen Räumen war es deshalb eiskalt. Die meisten Dozenten haben ihre Kurse trotzdem durchgezogen, dann eingepackt in dicke Jacke, mit Mütze und Schal. Aber bis zur Prüfungsphase Ende Januar wollen die meisten ihren Stoff durchbekommen. Mittlerweile geht die Heizung wieder und wir lernen im Warmen.

10. Januar 2020
#112: Feuerwehr
Prüfungszeit ist Einsatzzeit – zumindest für die Feuerwehr. Nach den Semesterferien zum Jahreswechsel geht es für viele Studenten wieder zurück an den Schreibtisch, weil bald Klausuren anstehen. Da kommt es schon mal vor, dass vertiefte Lerner die Pizza im Backofen vergessen oder beim Kochen das Nudelsieb auf den heißen Herd stellen, weil sie in Gedanken woanders sind. Bei uns im Wohnheim und auch im Wohnheim nebenan ist das in der vergangenen Zeit öfter passiert. Verletzt wurde niemand. Hoffentlich passiert mir selbst kein solches Missgeschick.

3. Januar 2020
#111: Freier Kopf
In den Semesterferien über die Feiertage habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, seinem Kopf auch mal eine Auszeit zu gönnen – vor allem, wenn man wie ich gerade an einer größeren wissenschaftlichen Arbeit schreibt. Jetzt nach ein paar Tagen Schreibtischpause fällt es mir wieder viel leichter, meine Gedanken zu sortieren und mit meiner Zulassungsarbeit weiterzumachen. Deshalb mein Tipp für alle, denen es wie mir geht: Nehmt euch auch mal eine Pause!

27. Dezember 2019
#110: Der Anfang vom Ende
Der Anfang des Jahres 2020 ist für mich der Anfang vom Ende, denn im nächsten Herbst stehen für mich die Prüfungen des Ersten Staatsexamens an, mit denen ich mein Lehramtsstudium abschließen werde. Bis dahin kommt alles Schlag auf Schlag: Zuerst die Abgabe meiner Zulassungsarbeit, die hoffentlich bald fertig wird, dann zwei Referate und die allerletzte Seminararbeit, die ich für die Uni schreiben muss. Im nächsten Jahr warten viele Herausforderungen auf mich. Wenn ich aber zurückblicke und darüber nachdenke, was ich schon alles erreicht habe, dann bin ich mir sicher: Ich werde auch den Rest meistern. Bis dahin nehme ich mir für 2020 zwei Dinge vor. Erstens: Ich will im Endzeit-Chaos nicht den Kopf verlieren, sondern es einfach durchziehen. Zweitens: Ich will den Rest meines Studiums auf jeden Fall auskosten. Auf ein frohes neues Jahr!

20. Dezember 2019
#109: Banane
Ist das Kunst oder kann das weg? Vergangene Woche ging das Kunstwerk eines italienischen Künstlers im Internet viral, das für 120 000 Dollar auf einer der größten Kunstmessen der Welt verkauft wurde. Der Witz: Es handelt sich dabei nur um eine Banane, die der Künstler mit Klebeband an der Wand befestigt hat. Ein Performance-Künstler hat die Banane vor den Augen ungläubiger Messebesucher einfach aufgegessen.
In der Universität Regensburg gibt es einen Nachahmer: Irgendwer – ich vermute ein Kunst-Student – hängt überall auf dem Campus Bananen nach eben diesem Vorbild auf. Daneben hängt immer ein Zettel, der den Preis des „Kunstwerks“ verrät: 100 000 Euro, Verhandlungsbasis. Mittlerweile hängt an den meisten Orten nur noch die Bananenschale. Da haben sich wohl ein paar hungrige Studenten bedient.
Ein Foto von den Uni-Bananen findest du bei @instafreistunde auf Instagram.

13. Dezember 2019
#108: Stipendium
Mich hat ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erreicht: die Zusage für ein Bücherstipendium. Mit dem Geld kann ich alle Bücher anschaffen, die ich für die Vorbereitung auf meine Staatsexamensprüfungen im nächsten Jahr brauche. So ein Stipendium kann übrigens jeder bekommen, der BAföG erhält und die nötigen Leistungen dafür mitbringt. Einfach mal die Uni-Webseite nach dem Oskar-Karl-Forster-Stipendium absuchen!

6. Dezember 2019
#107: Sauerkraut
Schon mal Sauerkraut selbst gemacht? Ich schon. Und zwar in einem Labor der Uni. Genauer gesagt: im Seminar über Lebensmittelchemie, das ich in diesem Wintersemester besuche. Unserer Dozentin ist es nämlich besonders wichtig, nicht nur über das zu reden, was chemisch passiert, wenn das Kraut zum Sauerkraut wird. Sie will auch, dass wir alles ausprobieren und den Prozess beobachten. Mein Sauerkraut hat leider die erste Woche Gären im Glas nicht überlebt und war nach sieben Tagen total haarig. Das ist mal wieder typisch für mich als absolute Koch-Null!

29. November 2019
#106: Bizeps
Aua! Ich habe einen richtig harten Muskelkater und zwar in meinem rechten Oberarmmuskel. Der kommt nicht etwa davon, dass ich fleißig Gewichte stemme. Der kommt vom Bücher schleppen. Denn aktuell renne ich fast täglich mit einer Tonne Literatur durch die Bibliothek unserer Universität, um sie dann wie ein Zombie am Buchscanner Seite für Seite abzuscannen. Dabei halte ich die Seiten mit den Fingern offen und betätige ein Pedal. Wofür der ganze Aufwand? Für meine Zulassungsarbeit. Die bekommt durch das Schleppen einen netten Nebeneffekt: Mein Bizeps wächst – aber leider nur auf einer Seite.

22. November 2019
#105: Einstein
Alles ist relativ. Alles bewegt sich. Und je schneller sich ein Objekt bewegt, umso langsamer vergeht die Zeit. Hä? So richtig verstehe ich Einsteins Relativitätstheorie nicht. Trotzdem sitze ich momentan zu diesem Thema an einem Referat für die Uni und bin am Verzweifeln. Ich weiß genau, worauf das hinauslaufen wird: vor meinen Kommilitonen möglichst viel Wissen vortäuschen und hoffen, dass sie es auch nicht verstehen. Oder kann mir irgendwer Einsteins Theorie erklären? Meine Mail steht unten!

15. November 2019
#104: Coole Frisur
Der Praxisteil im Studium für Grundschullehramt fällt leider relativ klein aus. Deswegen freut es mich, dass ich in diesem Semester wieder jeden Mittwoch in einer zweiten Klasse Unterricht anschauen und halten darf. Wenn man da zum ersten Praktikumstag als unbekannter Fremdkörper im Schulhaus auftaucht und als Mann sowieso ein seltenes Exemplar in der Grundschule ist, sind merkwürdige Reaktionen der Schüler vorprogrammiert. Einer hat mich zum Beispiel auf meine kaum vorhandenen und deshalb kurz geschorenen Haare angesprochen und mir prompt ein Kompliment gemacht: „Deine Frisur ist ein bisschen cool.“ Ich glaube, er war neidisch, denn er hat lange Haare, die ihm beim Schreiben dauernd im Weg sind.

8. November 2019
#103: Zulassungsarbeit
Vor dem ersten Staatsexamen steht in meinem Lehramtsstudium eine größere schriftliche Arbeit an: die Zulassungsarbeit. In der Regel hat man ein Semester Zeit, um etwa 80 Seiten abzuliefern. Ich schreibe über szenisches Spielen im Deutschunterricht. Anfangs hatte ich Probleme, mit der Arbeit anzufangen. Erst ein paar Tipps von Leuten, die die Arbeit schon fertig haben, haben mir geholfen. Der beste davon: Fang nicht vorne an, sondern irgendwo in der Mitte. Gesagt, getan und voilà: 20 Seiten stehen schon.

31. Oktober 2019
#102: Ein Genuss
Dieses Semester habe ich freitags etwas zu genießen. In einem Seminar über Lebensmittelchemie probieren wir Rezepte aus und sprechen über die chemischen Vorgänge beim Kochen. Dann dürfen wir das Gekochte essen. Vergangene Woche gab’s Pfannkuchen mit Apfelmus. Definitiv besser als Mensa und ich lerne auch noch was!

25. Oktober 2019
#101: Sport ist ...
... Mord! Das habe ich erwartet, denn so richtig sportlich war ich noch nie und Sport war in der Schule nicht mein Lieblingsfach. Allerdings steht mir im neuen Semester ein Sportkurs bevor, den ich für mein Lehramtsstudium belegen muss. Die erste Sitzung habe ich überstanden. Meine Erkenntnis: Sport ist Spaß – zumindest auf Grundschulniveau. Denn wir probieren im Kurs das aus, was im Sportunterricht der Grundschule gemacht wird. Dazu gehören viele lustige Spiele – vom Mattenrennen bis zum Plätzetauschen auf der Turnbank. Richtig lustig!
 

18. Oktober 2019
#100: Sieben
Regelstudienzeit adieu! Am Montag hat mein siebtes Semester begonnen und eigentlich sollte ich damit mein Studium für Lehramt Grundschule abschließen. Tja, das wird leider nichts! Sieben Semester Regelstudienzeit sind viel zu knapp bemessen. So geht es nicht nur mir, sondern den meisten meiner Kommilitonen. Immerhin weiß ich, dass ich nichts dafür kann. Schuld daran sind vor allem fehlende Seminarplätze. Viele Veranstaltungen konnte ich erst später besuchen als in den Studienempfehlungen vorgesehen. Dann will man auch noch was mitnehmen und nicht einfach nur von Kurs zu Kurs hetzen. Deshalb hier eine Erkenntnis für alle Studienanfänger: Vergesst die Vorgaben und nehmt euch die Zeit, die ihr braucht.
 

 

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