Buntes Finale bei „Bluetone“ Ivy Quainoo und Chartstürmer Milow beenden Festival am Hagen

Impressionen vom Auftritt von Ivy Quainoo. Foto: Ulli Scharrer / Mathias Adam Quelle: Unbekannt

Ein bisschen müde, aber glücklich wirkten schon einige der vielen freiwilligen Helfer, die dieses Festival am Hagen erst möglich machen. Vier Tage Musik und arbeiten. Das geht dem Stärksten an die Kondition. Finale bei "Bluetone". Kurz bevor Ivy Quainoo die Bühne erobert, lässt der Herrgott noch einen kräftigen Hagelschauer über den Platz fegen. Kein Problem für das fachkundige Publikum. Regenschirm, modische Gummistiefel zum Minirock, der Fan weiß wie er sich trocken hält. Gegen 19 Uhr startete dann das Berliner Energiebündel Ivy Quainoo. Unterschiedliche Anfangszeiten im Internet, auf Eintrittskarten und im Programm hatten zwar bei einigen Besuchern für etwas Verwirrung gesorgt. Letztendlich schafften es dann doch alle, rechtzeitig da zu sein.

Wer bei "The Voice of Germany" als Sieger vom Platz geht, der kann was. Die einzige musikalische Casting-Show, die mit richtigen Könnern und nicht nur mit sogenannten Talenten arbeitet, hat eine Perle hervorgebracht: Ivy Quainoo, Wahlberlinerin mit ghanaischen Wurzeln. Jung, frisch, ambitioniert. Es sei erst ihr zweites Festival, meint die schwarze Schönheit, und sie sei gerne in Straubing. Die Straubinger haben sie auch gerne da. Sympathisch kommt sie rüber mit ihrer jungen Band. Rockig, erdig, poppig, pfiffig. Ivy Quainoo zählt zwar erst 20 Lenze, hat aber schon eine sehr große, ausgereifte Stimme.

Auffällig wird das besonders bei ihrer Interpretation des Corrine-BaileyRae-Hits "Just like a star". Gänsehaut pur, einfühlsamer Backgroundgesang, perfektes Licht. Stimmungswechsel. Ein schöner Ausklang eines denkwürdigen Festivals. Aber Ivy kann auch anders. Sie taucht stimmlich in die Tiefen ab, um dann gleich drauf mit den vibrierenden Obertönen strahlen zu können. Soul liegt ihr, Balladen kann sie, Rock mag sie. So soll es sein. Kein Weichspülprogramm, das langweilig vor sich hindudeln würde. Ivy hat eine Menge Facetten, die sie auch zeigt. Der Spannungsbogen hält dynamisch eine Stunde lang. Und sie zieht auch das junge Publikum auf das Festgelände am Hagen in ihren Bann. Der Mix stimmt auf und vor der Bühne.

Die Herzen der Frauen abonniert

Dann ist Schluss, weil der Star des Abends, Milow, schon hinter dem Vorhang wartet. Der präsentiert sich gewohnt professionell. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Eine perfekte Show. Ziemlich rockig legt er los und hat das Publikum von Anfang an im Griff. Man kennt sich und feiert sich.

Milow, der Belgier mit dem bürgerlichen Namen Jonathan Vandenbroeck, hat die Spitzenplätze in den Charts und den Herzen der Frauen schon lange abonniert. Die Stimmung ist gut, sehr gut. Als er seinen Megaseller "Ayo Technology" anstimmt, bricht das 21. Jahrhundert aus dem Publikum heraus. Hunderte Smartphones filmen den Auftritt mit. Von hinten betrachtet hat man das Gefühl, im Kontrollcenter der NASA in Houston zu sitzen. Überall kleine digitale Bildschirme, die das Großereignis dokumentieren.

Dafür bleiben die großen Leinwände links und rechts von der Bühne dunkel. Schade, denn kleineren Menschen und Leuten mit ungünstigen Stehplätzen bleiben somit detaillierte Einblicke ins Bühnenleben verwehrt. Anordnung von Milow´s Management. Ist halt so. "Gab's früher auch nicht", meint ein anderer. Milow beendet vier Tage Bluetone mit einer Easy-Listening-Show. Ein bisschen Pop, dazu Country und Folk, zwischendrin Liedermacherqualitäten mit teilweise lyrischen Texten.

Milow kennt man jetzt besser. Er hat ein großes Repertoire an Songs in der Tasche, das er den Straubinger "Bluetone"-Fans bereitwillig unterbreitet. Die nehmen es dankbar an. Klatschend, johlend, in bester Feierlaune.

Der Start unter neuem Namen ist geglückt. Bluetone kommt sicherlich wieder nächstes Jahr. Die Liste derer, die noch nicht da waren, ist lang. An Interpreten mangelt es also nicht. Wir sind gespannt, was sich die Organisatoren für 2013 einfallen lassen.

Von Bernd Vogel

 

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