Seit 2013 gehört Uli Grötsch dem Bundestag an, in diesem Jahr führt er die bayerische SPD erstmals als Spitzenkandidat in den Wahlkampf. Der ehemalige Polizist aus Waidhaus (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) tritt in Berlin vor allem als Innenpolitiker in Erscheinung. In Bayern hat er sich auch als SPD-Generalsekretär (2017 bis 2021) einen Namen gemacht. Bei der Wahl am 26. September setzt Grötsch auf Sieg: "Unser Ziel ist ein Ergebnis, das Olaf Scholz zum Bundeskanzler macht", sagt der Oberpfälzer im Interview mit unserer Redaktion.

Herr Grötsch, der Wahlkampf ist die Zeit der großen Versprechen. Wie glaubhaft können diese aber noch ausfallen, wenn die Bekämpfung der Corona-Krise und der Klimaschutz bereits einen Großteil der staatlichen Ressourcen binden?

Grötsch: Nachprüfbar ist die SPD die Partei, die ihre Wahlversprechen auch einlöst. In der großen Koalition von 2013 bis 2017 haben wir 92 Prozent unseres Wahlprogramms umgesetzt. In dieser Wahlperiode haben wir es nicht anders gehalten. Jetzt wollen wir die nächste Bundesregierung anführen und stehen dann natürlich auch zu unseren Versprechen.

SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz verspricht Steuerentlastungen für einen Großteil der Bevölkerung und ein stabiles Rentenniveau von 48 Prozent. Wie viel Wahlkampf müssen wir hier abziehen?