Menschen mit anderen Lebensgeschichten und andere Kulturen haben Severin Eder schon immer fasziniert. Der 29-Jährige stammt aus Hebertsfelden nahe Eggenfelden und gehört der ersten "Generation der echten Rottaler" der Familie an, wie er stolz sagt. Bei Aufenthalten in Rom und München hat er seinen Blick geweitet, immer mit der Überzeugung: "Niederbayern bedeutet für mich ‚dahoam'." Das nächste Ziel: Severin Eder möchte nach Berlin, um als Bundestagsabgeordneter für die SPD seine Heimat vorwärtszubringen.

Eders Großvater war italienischer Gastarbeiter. In den 50er Jahren kam er aus Sardinien in den Ruhrpott und schuftete unter Tage. Arbeiten war auch für Severin Eders Vater, der in der Versicherungsbranche tätig war, wichtig: "Er war immer sehr fleißig und hat seine Berufung gelebt", berichtet der 29-Jährige, der mit einem fünf und einem acht Jahre älteren Bruder in Hebertsfelden aufgewachsen ist.

Weltoffen sei das Klima daheim stets gewesen, berichtet Severin Eder. Die Mutter und der mittlerweile verstorbene Vater - ihn bezeichnet Eder aufgrund seiner Authentizität als großes Vorbild - hätten ihn niemals in eine Richtung gedrängt. "Es gab in diesem Sinne keine politische Vorbelastung", blickt er zurück. Allenfalls sei der Hang zu arbeitspolitischen Themen spürbar gewesen und die Überzeugung, dass man etwas für die Gewerkschaften tun müsse.