Bundesliga Gisdol schlägt auch Streich: Freiburg mit Aufsteiger-Komplex

Der Kölner Jhon Cordoba bejubelt sein Tor zum 2:0. Foto: Federico Gambarini/dpa/dpa

Der 1. FC Köln hat dem enttäuschenden SC Freiburg keine Chance gelassen. Damit wird der Abstand auf den Abstiegs-Relegationsrang deutlich vergrößert. Freiburg enttäuscht am Rhein.

Köln - Nun kann er sogar gegen Christian Streich gewinnen: Durch den ersten Sieg seiner Karriere gegen den SC Freiburg hat Trainer Markus Gisdol mit dem 1. FC Köln einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gemacht.

Die Kölner bezwangen Freiburg hochverdient mit 4:0 (1:0) und haben nach dem fünften Sieg aus den letzten sechs Spielen nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Es war der höchste Bundesliga-Erfolg der Kölner seit dem 11. März 2011, als man gleichfalls Freiburg 4:0 niederrang.

Mitte Dezember waren die Kölner noch Letzter gewesen, seitdem holte nur der FC Bayern München mehr Punkte. Gisdol und Streich hatten sich zuvor sechs Mal als Trainer gegenübergestanden, sechs Mal hatte es ein Unentschieden gegeben. Den entsprechenden Bundesliga-Rekord verhinderten Sebastian Bornauw (29.), Jhon Cordoba (55.), Kingsley Ehizibue (90.+1) und Ismail Jakobs (90.+3). Für Bornauw war es der vierte Saisontreffer, er ist damit nach Frankfurts Martin Hinteregger (6) der torgefährlichste Innenverteidiger der Liga. Cordoba traf im sechsten Heimspiel in Folge. Ehizibue schoss sein erstes Bundesliga-Tor, für Jakobs war es das zweite. "Wir sind sehr gut drauf. Wir haben ein Mittel gefunden, wie wir uns in der Liga behaupten. So gewinnen wir die Spiele", sagte Dominick Drexler.

Die in der Hinrunde so starken Freiburger entwickeln im Kampf um eine überraschende Europacup-Qualifikation derweil einen echten Aufsteiger-Komplex. Nach den Niederlagen im Hinspiel gegen Köln (1:2), in der Liga (0:2) und im Pokal (1:3) gegen Union Berlin sowie in der Vorwoche gegen Paderborn (0:2) war dies schon die fünfte in Serie gegen die drei im Sommer aufgestiegenen Clubs. "Ein ganz schlechtes Spiel", bekannte der Breisgauer Lucas Höler. "Wir hatten uns viel vorgenommen für die zweite Halbzeit und haben nach dem 0:2 aufgemacht. Da kann so etwas passieren", sagte er im TV-Sender Sky. "Nun müssen wir wieder punkten, sonst rutschen wir unten rein."

Die Kölner waren vor 50.000 Zuschauern von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, die spielerisch reiferen Freiburger pressten früh und sorgten mit schnellen Kontern zunächst immer wieder für Gefahr. Die frühe Führung hätte ihnen allerdings fast eine Standard-Situation beschert, doch Verteidiger Manuel Gulde köpfte nach einem Eckball von Jonathan Schmid an die Latte (5.).

Auch die Kölner Führung resultierte aus einem Eckball: Nach der Hereingabe von Mark Uth hielt Alexander Schwolow noch gut gegen Rafael Czichos, dessen Innenverteidiger-Kollege Bornauw drückte den Ball aber über die Linie. Vor der Pause hatte zunächst Freiburgs Changhoo Kwon den Ausgleich dem Fuß, er scheiterte mit einer spektakulären Volley-Abnahme aber an Timo Horn (43.). Quasi im Gegenzug vergab Cordoba nach einem Fehler von Gulde das 2:0 (44.).

Zehn Minuten nach der Pause machte der Kolumbianer dann doch sein inzwischen schon obligatorisches Heimtor: Schwolow wehrte einen Schuss von Jonas Hector zur Seite ab, und Cordoba schob ein. Streich stellte nun von Dreier- auf Viererkette um, Nationalspieler Robin Koch rückte ins zentrale Mittelfeld vor. Doch offensiv kam von den Gästen fast gar nichts mehr. Köln hatte dagegen mehrere Chancen auf ein noch höheres Resultat, doch Schwolow parierte einige Male glänzend, so bei einem Freistoß von Uth (58.).

 

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