Bundesfreiwilligendienst „Waldtag“ und Kneten mit Bienenwachs

Julia macht seit September 2017 einen Bundesfreiwilligendienst im Waldorfkindergarten in Straubing. (Symbolbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Bundesfreiwilligendienst im Waldorfkindergarten. Das macht Julia Falter. Was tut sie da und was ist Waldorfpädagogik eigentlich genau?

Früher fand die 17-jährige Julia Falter kleine Kinder nicht so toll. Das hat sich mittlerweile geändert: „Ich habe gerne Kinder um mich herum“, sagt sie. Julia macht seit September 2017 einen Bundesfreiwilligendienst im Waldorfkindergarten in Straubing. Sie wollte ausprobieren, wie es wäre, als Erzieherin zu arbeiten.

Raus bei jedem Wetter

Im geregelten Tagesablauf ist Julia schon fest integriert. In der Früh bereitet sie das Essen vor. Wenn noch Zeit ist, malt, baut oder spielt sie gerne mit den Kindern. Dann geht es in den Morgenkreis und zum gemeinsamen Frühstück. Nach dem Frühstück gehen alle Kinder in den Garten. Bei jedem Wetter. Das war für Julia am Anfang überraschend. Für einen kalten, nassen Tag draußen hatte sie keine geeignete Kleidung. „Jetzt bin ich aber gut ausgerüstet!“, sagt sie und lacht.

Wieder drinnen können die Kinder mit Bienenwachs kneten oder spielen, manchmal gibt es ein Puppenspiel oder eine Geschichte.

Nach der Verabschiedung werden die ersten Kinder um 12.30 Uhr abgeholt. Für die anderen gibt es Mittagessen. Danach wird wieder gespielt. In bewusst gestalteten Räumen und mit einfachsten Spielmaterialien. Das hilft den Kindern, sich zu entwickeln. Im Waldorfkindergarten heißt das „freies Spiel“, erklärt Julia. Meistens hat sie gegen halb vier Feierabend.

Am besten gefällt Julia, die Kinder im Tagesablauf zu begleiten und viel Zeit mit ihnen zu verbringen, aber auch die Erzieherinnen zu unterstützen. Sie kann, eigene kreative oder sportliche Ideen einbringen. In Teamsitzungen erfährt Julia, was gut klappt und was noch ein bisschen verbessert werden könnte. „Man kann sich viel bei den anderen abschauen“, meint Julia. So kann sie sich weiterentwickeln. „Manchmal schimpfen auch die Kinder. ‚Das machen wir aber immer anders‘, sagen sie dann.“ Den Kindern ist das Gleichbleibende wichtig.

Kreative Betätigung stärkt

Die 17-Jährige hat sich bewusst für den Waldorfkindergarten entschieden. Sie findet die Pädagogik gut. Was ist die Waldorfpädagogik? Das beantwortet Kindergartenleiterin Doris Ziesler: „Die Kinder sollen sich täglich neu begegnen und individuell entwickeln.“

Künstlerische und kreative Aufgaben wie Kneten mit Bienenwachs, Aquarellieren, Schnitzen, Weben und Nähen stärken das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. „Wichtig ist die Zeit in der Natur.“ Einmal wöchentlich sind die Kinder beim „Waldtag“ den ganzen Tag im Freien. „Dadurch sollen sie das Geschehen in und mit der Natur lernen und schätzen.“

Der Rhythmus eines Tages, einer Woche und eines Jahres wiederholt sich im Waldorfkindergarten immer wieder. Das soll den Kindern Sicherheit und Geborgenheit geben. „In diesem Rahmen können sich die Kinder frei entfalten“, erklärt Doris Ziesler.

Während ihres Bundesfreiwilligendienstes hat die 17-Jährige aus Obermotzing im Landkreis Straubing-Bogen fünf einwöchige Seminare überall in Deutschland. Dabei lernt sie in ihrem Fall alles über die Pädagogik, Teambuilding und Kommunikation. „Das ist eine gute Ergänzung.“

Julias Platz wird frei

Ihr Bundesfreiwilligendienst läuft noch bis Ende Juli. Danach fängt Julia eine Ausbildung zur Tierpflegerin an. Im Kindergarten wird also wieder ein Platz frei. Ihrem möglichen Nachfolger möchte Julia noch etwas mitgeben: „Ich würde das Jahr auf jeden Fall nochmal machen und weiterempfehlen. Mein Tipp: Am Anfang nicht gleich verzweifeln, die Kinder kommen mit der Zeit schon auf einen zu. Es dauert einfach ein bisschen, bis man angenommen wird.“


Willst du Julias Nachfolger werden? Schicke deine Bewerbung ab sofort an den Waldorfkindergarten, Hans-Adlhoch-Straße 24, Straubing.

 
 

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