Bundesagentur für Arbeit Zahl der Arbeitslosen steigt saisonbedingt in Bayern

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Bayern am Endes des Jahres saisonbedingt gestiegen. Im Dezember waren 275.067 Menschen ohne Job gemeldet und damit 4.385 mehr als im November, wie die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg am Dienstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,6 Prozent auf Vormonatsniveau. Im Dezember 2019 lag die Quote bei 2,8 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 8.000 auf 2,707 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Zahl um 480.000. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 5,9 Prozent.

"Der zweite Lockdown trifft einzelne Branchen hart, betrifft dieses Mal aber weniger Wirtschaftsbereiche als im Frühjahr", sagte der Leiter der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Allerdings sei die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit nach dem Rückgang in den Sommermonaten zuletzt erneut gestiegen. Diese stammten vor allem aus Branchen, die von den Corona-Beschränkungen unmittelbar betroffen seien.

Personalbedarf sinkt

Zudem sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht nur geringer als 2019, sondern auch als noch im November. Im Dezember wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern (gE) 21.668 Stellen gemeldet. Das sind acht Prozent weniger als im Vormonat und sogar 19 Prozent weniger als im Vorjahr. 

„Der zweite Lockdown macht sich bei der Arbeitskräftenachfrage insbesondere im Gastgewerbe sowie dem Handel deutlich bemerkbar. Daneben verzeichnen unter anderem auch die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie die Arbeitnehmerüberlassung einen Rückgang", erklärt Holtzwart. In den Branchen Baugewerbe, Sozialwesen, öffentliche Verwaltung und verarbeitendes Gewerbe habe der Personalbedarf dagegen zugenommen.

Wirtschaftsvereinigung erwartet schwieriges Jahr

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) stimmen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hingegen nicht sehr optimistisch. "Die Zahlen spiegeln die reale Lage nicht wider. Der Lockdown, der in der zweiten Dezemberhälfte seine volle Wirkung entfaltet hat, ist nicht eingepreist. In den besonders betroffenen Branchen wird dies über kurz oder lang auch auf die Arbeitslosenzahlen durchschlagen.“ So fasst Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, die Zahlen vom bayerischen Arbeitsmarkt im Dezember zusammen.

Die Corona-Krise habe zu einer tiefen Rezession geführt. Zusätzlich hätten der Teil-Lockdown und die Einschränkungen über Weihnachten die Konjunktur gebremst und die Wirtschaft sei geschwächt ins neue Jahr gestartet. Damit könne man das Vorkrisenniveau nicht bis zum Ende des Jahres erreichen.

Positiv sieht der vbw die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sowie die Unterstützungsleistunden des Staates. „Das hilft. Vor allem die Verlängerung der Kurzarbeit-Sonderregelung bis Ende 2021 bringt den Unternehmen Planungssicherheit und Liquidität. Die angekündigten Hilfen verschaffen vor allem der Gastronomie und dem Hotelgewerbe die notwendige Zeit, den Lockdown zu überstehen. Die Hilfen müssen nun aber rasch fließen.“

Zahl der Arbeitslosen steigt in Oberbayern am stärksten

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen in Oberbayern um über 40 Prozent auf 99.305 - in keinem Regierungsbezirk war der Anstieg im Dezember so groß. In der Oberpfalz stieg die Zahl um 26,7 Prozent, in Niederbayern um 25,4 Prozent. 

Die Arbeitslosenquote blieb in den Regierungsbezirken jedoch fast gleich, wenn man sie mit dem November 2020 vergleicht. Allerdings stieg sie in Oberbayern im Vergleich zum Dezember 2019 um mehr als einen Prozent von 2,6 auf 3,7 Prozent. In Niederbayern lag sie bei 3,5 Prozent und in der Oberpfalz bei 3,2 Prozent. Das sind 0,7 beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat.

Anstieg in Regensburg, Straubing und Passau am höchsten

In Ostbayern stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Regensburg, Passau und Straubing um 1,3 Prozent am meisten an. In der Stadt Straubing liegt die Arbeitslosenquote bei 5,8 Prozent - das ist so hoch wie in keiner anderen kreisfreien Stadt in Niederbayern. In der Stadt Straubing könnte die Schließung des Harman-Werks eine Rolle gespielt haben - Ende des Jahres wurden dort die letzten Mitarbeiter der Firma entlassen. In Passau lag die Quote bei 5,5, in Regensburg bei 4,5.

Im Landkreis Straubing-Bogen fiel der Anstieg dagegen vergleichsweise niedrig aus und liegt bei nur 0,5 Prozent. Auch in der Stadt Landshut und im Landkreis Cham lag der Anstieg bei 0,5 Prozent. Insgesamt die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz im Dezember 2020 hatte Neumarkt in der Oberpfalz mit 2,2 Prozent, in Niederbayern verzeichneten mit 2,9 Prozent der Landkreis Landshut und der Landkreis Straubing-Bogen.

Bayerns Arbeitsmarkt im Jahresverlauf 2020

Trotz der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft bleibe der Arbeitsmarkt im Freistaat robust, so Holtzwart. Bereits vor der Krise stieg ihm zufolge die Zahl der Arbeitslosen an, diese Entwicklung wurde jedoch zunächst von der Krise überlagert. Mit Ausbruch der Pandemie sei das Beschäftigungswachstum gestoppt worden. Die Lage erholte sich jedoch laut Bundesagentur für Arbeit in den Sommermonaten.

"2020 waren durchschnittlich 275.075 Personen arbeitslos gemeldet. Zu der vergleichsweise robusten Situation auf dem Arbeitsmarkt trägt auch der massive Einsatz von Kurzarbeit bei. Im April konnten so knapp 1,1 Millionen Beschäftigungsverhältnisse gesichert werden, im September immer noch über 400.000", erklärt Holtzwart.

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading