Buch-Tipp „Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen“ regt zum Nachdenken

„Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen“, Roman, Janine Adomeit, 432 Seiten, erschienen bei dtv. Foto: Cover: dtv

Endlich sprudelt die Quelle wieder: Wie sich ein Dorf den Status als florierender Kurort zurückholen will.

Der Roman „Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen“ hat den Literaturpreis „Debüt des Jahres 2022“ erhalten. Er erzählt vom Dorf Villrath. Das war einmal ein lebhafter Kurort. Mit dem plötzlichen Versiegen der Quelle, die Villrath zum Kurort machte, versiegte auch das florierende Leben im Dorf.

Seitdem ist dort wenig passiert. Viele Jobs sind mit den Kurgästen verschwunden, die Stadt verdreckt von Zeit zu Zeit mehr und die Kriminalrate steigt.

Darum geht’s: Abends entfliehen die Bewohner der Langeweile in der Dorfkneipe, um dort bei ein paar Bier und Schnaps in Erinnerungen zu schwelgen. Als plötzlich nach 17 Jahren gemeldet wird, dass wieder Quellwasser im Wald aufgetreten sei, herrscht Aufbruchstimmung. Es kommt Leben in die Villrather Bewohner. Sie träumen davon, das alte Villrath wieder aufleben zu lassen und von Gästen, die Geld und gute Stimmung bringen.

Um diese vermeintliche Heilquelle zu nutzen, ist der erste Schritt, die geplante Bahntrasse im Wald nahe der Heilquelle zu verlegen. Das kostet Geld, das das Dorf aber nicht hat. Deshalb versucht es mit allen Mitteln, Investoren und Sponsoren zu finden, um die Bahn davon zu überzeugen, die Trasse zu verlegen, damit Villrath wieder ein Kurort so wie früher werden kann.

Neben der hoffnungsvollen Wichtigtuerei der Bewohner hält Johannes, der Sohn der Inhaberin der Dorfkneipe, nicht viel von dem Geschwätz – er kennt Villrath nur zu der Zeit nach dem Versiegen der Quelle. Johannes möchte einfach irgendwie zu den Coolen dazugehören, die Klasse nicht wiederholen müssen und seinen Traum von Freiheit, dem Motorradfahren, erfüllen.

In aller Kürze: Das Dorf Villrath versucht, nach vielen Jahren, den Status eines beliebten Kurorts wiederzuerlangen.

Fazit: Der Roman „Vom Versuch, einen silbernen Aal zu fangen“ erzählt eine sehr nachdenkliche und ernüchternde Geschichte. Sie zeigt, was passiert, wenn ein Dorf und deren unterschiedliche Generationen nicht als Team zusammenhalten. Der „silberne Aal“ steht für den Wohlstand, den die Villrather wieder erreichen möchten – jedoch ohne dabei innovativ oder teamfähig zu sein.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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