Buch-Tipp Nazi-Thriller "Turmschatten" von Peter Grandl

„Turmschatten“ von Peter Grandl, 592 Seiten, erschienen im Piper-Verlag. Foto: Piper-Verlag

In „Turmschatten“ lässt ein Geiselnehmer Zuschauer über drei Neonazis richten.

Darum geht’s: Ephraim Zamir hat eine schillernde Vergangenheit. Er ist Jude und seine Familie wurde von den Nazis im Zweiten Weltkrieg ausgelöscht. Ephraim überlebt und war lange Jahre Agent des Mossad, dem Geheimdienst Israels. Mit 70 Jahren ist er nun nach Deutschland zurückgekehrt, hat einen ehemaligen Bunker renovieren lassen und den Turm zu einer Festung ausgebaut.

Drei Neonazis gelingt es, in den Turm einzudringen. Ihre Mission: Ephraim einschüchtern, denn er ist Geldgeber für eine Synagoge, die gebaut werden soll. Die Rechtsextremisten wollen das verhindern. Ephraim ist nicht zu Hause, sodass die Verbrecher auf seine Haushälterin treffen und diese töten. Der ehemalige Agent überrascht die Neonazis, überwältigt alle drei und will Rache üben: Die Geiselnahme streamt er live und fordert die Zuschauer auf, abzustimmen: Sollen die Rechtsextremisten leben oder ihre Verbrechen mit dem Tod bezahlen?

In aller Kürze: Ein Jude, ehemaliger Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad, hält drei Neonazis gefangen und überträgt die Geiselnahme live im Internet. Dort fordert er die Zuschauer auf, über Leben und Tod der Gefangenen abzustimmen.

Das Besondere: Die Zeit des Nationalsozialismus, das Münchner Oktoberfest-Attentat und die Wahlerfolge der NPD – all das ist so passiert und fließt in das Buch ein. Von da an wird die Handlung fiktiv. Doch die realen Ereignisse machen sie noch nahbarer.

Fazit: Selten hinterlässt einen ein Buch so hin- und hergerissen. Einerseits verurteilt man die Neonazis und wünscht ihnen tatsächlich den Tod. Andererseits darf Selbstjustiz nie eine Lösung sein, jeder muss das Recht auf einen fairen Prozess haben. Die knapp 600 Seiten sind so spannend, dass sie rasend schnell gelesen sind.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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