Buch-Tipp Krieg und seine Folgen im Roman "Heul doch nicht, du lebst ja noch"

Heul doch nicht, du lebst ja noch von Kerstin Boie, erschienen im Oetinger-Verlag. Foto: Oetinger-Verlag
"Heul doch nicht, du lebst ja noch" von Kerstin Boie, erschienen im Oetinger-Verlag. Foto: Oetinger-Verlag

Darum geht's: Traute, Hermann und Jakob scheinen es geschafft zu haben. Im Juni 1945 liegt ihre Heimatstadt Hamburg zwar in Trümmern, doch der Zweite Weltkrieg ist für sie offiziell vorbei. Sie haben überlebt. Aber die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, bleiben offen.

Jakob ist Jude und muss nach wie vor um sein Leben fürchten. Herrmann war Teil der Hitlerjugend und hängt dem Regime immer noch nach. Und dann ist da noch Traute, deren Familie ganz gut durch den Krieg gekommen ist, doch jetzt wird die Wohnung eng, weil Flüchtlinge dort einquartiert werden. Alle drei müssen sich in der neuen Trümmerwelt zurechtfinden.

Das Besondere: "Heul doch nicht, du lebst ja noch" ist nicht der erste Jugendroman kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den die Autorin Kirsten Boie geschrieben hat. Geboren wurde sie 1950, ist also im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen. Da diese Zeit immer weiter in die Vergangenheit rückt, ist es ihr wichtig, davon zu erzählen, berichtet sie in Interviews.

Damit will sie dagegen ankämpfen, dass der Zweite Weltkrieg und die Zeit danach von Rechtsradikalen romantisiert wird. Allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit anschaulichen Beispielen und spannenden Geschichten.

Fazit: Allein schon der Stil von "Heul doch nicht, du lebst ja noch" macht den Roman zu etwas Besonderem. Die Geschichten von Traute, Hermann und Jakob sind in kurzen Kapiteln miteinander verzahnt, die Sprache ist intuitiv und leicht zu lesen. Empfohlen ist das Buch für alle ab 13 Jahren.

Das alles macht das Buch trotz seines nachdenklichen Inhalts spannend und wunderbar zu lesen. Schnell fiebert man mit den Charakteren mit und hofft, dass zumindest ein paar von ihnen am Schluss so etwas wie ein Happy End erleben.

 

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