Buch-Tipp „Ich, Eleanor Oliphant“ überrascht mit Tiefe und Mitgefühl

„Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman, erschienen im Lübbe-Verlag. Foto: Lübbe/Pixabay

Der Titel „Ich, Eleanor Oliphant“ klingt wenig fesselnd. Und doch ist es das, was die Geschichte tut. Und wie. Auf eine neue, überraschende und völlig faszinierende Art.

Darum geht’s: Eleanor Oliphant arbeitet in der Verwaltung einer Grafikdesign-Agentur. Punkt 17.30 Uhr geht sie nach Hause und isst meist Pasta mit Pesto und Salat. Ein Topf, ein Teller. Unkompliziert. Soziale Kontakte braucht sie nicht. Sie hat ja ihre Topfpflanze, „Polly“. Eleanors Äußeres: praktisch.

Doch plötzlich verliebt sie sich. In einen Musiker, der für Eleanor die Erfüllung ihrer Träume ist. Auch wenn sie sich nie getraut hat, diese Träume wirklich zu träumen. Sie beschließt, sich für ihn zu ändern.

Bis zu diesem Punkt klingt der Roman nach einem Klassiker. Eine Person verliebt sich und tut alles dafür, dass sich die andere ebenso verliebt. Meist findet die Hauptperson auf ihrem Weg jedoch jemand anderen, der dann doch viel besser passt. So weit, so langweilig.

Doch genau so ist dieser Roman nicht. Denn warum trinkt Eleanor jedes Wochenende alleine zwei Flaschen Vodka? Warum wirkt Eleanor so arrogant, überheblich und urteilend anderen gegenüber? Warum rührt Eleanor eine menschliche Berührung beim Friseur fast zu Tränen?

In aller Kürze: Sich zu verlieben, ist für Eleanor Oliphant ein Glücksfall. Langsam öffnet sie die Augen für eine Welt, in der Emotionen schön und normal sein können, in der andere Menschen freundlich und warmherzig sind und in der es einen ganz neuen Platz für Eleanor gibt.

Fazit: Mit jeder Seite mehr wird Eleanor sympathischer, mit jeder Seite mehr wird das Bild kompletter, bis sich alle Ungereimtheiten auflösen. Das Rätsel von Eleanors Geschichte berührt, fasziniert und bewegt. Absolute Leseempfehlung!

Achtung: Wenn dich Themen wie psychische Gewalt oder Traumata sehr berühren oder du dich psychisch gerade nicht stabil fühlst, suche dir lieber ein anderes Buch. Auch wenn „Ich, Eleanor Oliphant“ positiv endet, hat die Protagonistin ein hartes Los gezogen.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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