Buch-Tipp "Eine unbekannte Welt" von Simon Habenicht

„Eine unbekannte Welt“ von Simon Habenicht, Länge: 56 Seiten, erschienen im Eigenverlag bei Twentysix. Foto: Twentysix

In „Eine unbekannte Welt“ arbeitet ein Zwölfjähriger seine Geschichte auf: Er ist unheilbar an Krebs erkrankt und trotzdem mutig und glücklich.

Darum geht’s: Zwei Kinder geraten in einen Strudel und finden sich im geheimnisvollen Fabelwald wieder. Dort erfahren sie von der Krankheit eines weisen Zwergs, den sie zusammen mit den Kreaturen des Waldes retten wollen. Auf ihrer unwegsamen Reise zur Wurzel des Waldes erleben sie kleine Abenteuer und beschützen den Zwerg vor den lauernden Gefahren.

Trotz der Hilfe und der freundlichen Weggefährten steht es schlecht um den Zwerg und er bittet sie, ihn aufzugeben. Doch alle ermutigen ihn, weiterzukämpfen und die Hoffnung nicht zu verlieren. So gelingt es am Ende, die heilende Wurzel im letzten Moment zu finden.

Dabei benötigen die tapferen Kinder aber auch die Unterstützung böser Fabelwesen, die ebenso wie ihre netten Begleiter zur unbekannten Welt des Waldes gehören. Die Rückkehr des Zwerges und der Freunde feiern am Ende jedoch alle Fabelwesen zusammen, denn zu einer Welt gehört immer Böses und Freundliches.

In aller Kürze: Zusammen mit verschiedenen Fabelwesen retten zwei Kinder einen schwerkranken Zwerg und lernen dabei vieles über Freundschaft, Krankheit und Zusammenhalt.

Fazit: Eine unglaublich ehrliche und dennoch stets zum Lächeln anregende Geschichte, die den eigenen Leidensweg in eine fiktive Geschichte überträgt. Mit der Diagnose Glioblastom zieht eine unbekannte Krankheit Simon Habenicht im Alter von zehn Jahren in eine andere Welt. Die freundlichen Fabelwesen sind Facetten seines eigenen Lebens, aber auch Personen, die ihn bei seinem Heilungsprozess unterstützen.

Die Tiefe der Geschichte, die alleine von Simon kommt, erstaunt und macht betroffen zugleich. Vielschichtig, manchmal lustig, stets freundlich und teils auch traurig: Die Szenen in „eine unbekannte Welt“ lassen nur erahnen, wie Simon Habenicht mit seiner Krankheit umging. „Simon wusste trotz seines Alters genau, dass er für seine Krankheit nichts kann. Warum manche Menschen sich in der unbekannten Welt der Krankheit befinden, bleibt in Simons Leben ebenso offen, wie die Frage, wie die Kinder in die Fabelwelt gelangen konnten“, erinnert sich Psychologin Dr. Birga Gatzweiler, die die Geschichte zusammen mit Simon zu Papier brachte.

Der junge Autor identifiziert sich in seinem Buch allerdings nicht mit dem kranken Zwerg. Vielmehr ist jede Figur in der kurzweiligen Story ein Teil von Simon Habenicht: „Es ist wichtig, dass sie alle zusammenhalten, um ihr Ziel zu erreichen.“

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