BRK-Herzenswunschmobil Landshuterin im Rollstuhl erlebt noch ein Mal das Meer

Ein Tag am und im Meer: Josephines größter Wunsch geht in Erfüllung. Foto: BRK Herzenswunschhospizmobil, Marko Pammer

Die Ferien kommen immer näher – Urlaub, entspannen, die Seele baumeln lassen! Für viele von uns ist das selbstverständlich. Für Menschen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, ist die Umsetzung nicht ganz so einfach.

Für Josephine aus einem Seniorenheim in Landshut schien der Wunsch, noch einmal die Beine ins Meer zu strecken, weit weg. Oft hatte sie ihrer Tochter davon erzählt, aber ein Lungenkarzinom und dauerhaft verengte Lugenwege machten die Erfüllung für die Familie unmöglich. Deshalb wandte sich die Tochter an das BRK Herzenswunsch-Hospizmobil – und schnell war klar: diese Fahrt wird gemacht. 

Nach der medizinischen Abklärung und den Vorbereitungen sollte es am Montagmorgen los gehen. Doch die Geräte, die Josephine für den Urlaub brauchte, waren noch nicht da. Organisationsübergreifend wurden darum Sauerstoffkonzentratoren beschafft, damit die Fahrt möglich wurde.

Die Hitze macht die Sache anstrengend

Am späten Vormittag trifft das Team bei Josephine im Seniorenheim ein. Von einigen kleineren Staus abgesehen geht die Fahrt bis Tronchetta vor Venedig gut voran. Mit der Fähre geht es auf die der Stadt vorgelagerte Insel Lido di Venezia.

Am Dienstag wollen Josephine und die Helfer einkaufen: ein Badeanzug und ein Sonnenhut sollen es sein! Die Temperaturen sind am Vormittag knapp an der 30-Grad-Marke, und auch wenn ein leichter Wind vom Meer her weht, ist es für die Helfer und den Fahrgast anstrengend. Deswegen beschließt Josephine, sich erst einmal auszuruhen. Ein Teil des Teams versucht in der Zwischenzeit, ein passendes Restaurant für den Abend und den besten Zugang zum Meer zu finden. Denn mit dem Rollstuhl wird das nicht ganz so einfach.

Die letzten Meter will Josephine alleine gehen

Tag drei der Reise und der große Moment ist da: Josephine genießt das Meer. Mit Handtüchern, Sonnenhüten, Rollstuhl und Sauerstoffkonzentratoren im Gepäck hat sie sich zusammen mit den Helfern auf den Weg gemacht und alle haben geholfen, die Dame mit dem Rollstuhl ans Meer zu bringen. Die letzten Meter will sie alleine gehen – und dann ist es soweit: die Wellen berühren ihre Beine, sie spürt die Kühle des Wassers und selbst die erfahrenen Helfer werden emotional. Josephines großer Wunsch ist Wirklichkeit. Zwei Mal nimmt sie all ihre Kraft zusammen, um das Wasser zu spüren.

Der Heimweg am Donnerstag verläuft ohne nennenswerte Vorkommnisse und am Donnerstagabend kann Josephine wieder in ihrem eigenen Bett schlafen. Die ehrenamtlichen Helfer bringen das Herzenswunsch-Hospizmobil zurück an den Standort und freuen sich: Der sehnlichste Wunsch eines weiteren Fahrgasts konnte erfüllt werden.

Weitere Artikel

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading