Brandschutz-Tipps zu Weihnachten So verhindern Sie, dass der Christbaum abbrennt

Eine Demonstration der Hamburger Feuerwehr im Dezember 2019 zeigte, wie schnell aus einem malerischen Weihnachtsbaum ein Flammeninferno werden kann. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Sie sorgen für feierliche Stimmung in der Weihnachtszeit: Christbaum, Adventskranz und jede Menge Kerzen. Doch mit der Besinnlichkeit ist es rasch vorbei, wenn wegen eines Malheurs die Wohnung in Flammen steht. Hier erfahren Sie, was beim weihnachtlichen Brandschutz zu beachten ist.

Laut Zahlen, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende 2019 veröffentlicht hat, schnellen jedes Jahr im Dezember die Schäden von Bränden in Zimmern und Wohnungen um rund 50 Prozent in die Höhe. Im Jahr 2018 brannte es demnach in der Adventszeit 30.000 Mal in Deutschland, im Vergleich zu 20.000 Bränden im Frühjahr oder Herbst. Gründe dafür sind oftmals Unachtsamkeit, unsachgemäßer Umgang mit Kerzen oder ausgetrocknete Weihnachtsbäume. Die ARAG-Versicherungsexperten und die Feuerwehr raten deshalb gerade in der "staaden Zeit" zu Umsicht beim Brandschutz. 

Vorsicht mit dem Adventskranz

Eine der häufigsten Brandursachen in der Vorweihnachtszeit ist laut Deutschem Feuerwehrverband der Adventskranz: Wenn hier die Kerzen umfallen, können zunächst kleine Flammen und dann auch ganze Zimmerbrände entstehen. Sie sollten deshalb niemals Kerzen unbeaufsichtigt brennen lassen, sie in einen festen und nicht brennbaren Ständer und nicht in die Nähe von brennbaren Gegenständen stellen. Die Kerzen sollten zudem rechtzeitig vor dem vollständigen Abbrennen gelöscht werden, außerdem sollte ausgetrocknetes Tannengrün rechtzeitig entsorgt werden. In Haushalten mit Kindern sollten Sie generell eher auf elektrische Kerzen zurückgreifen, bei elektrischen Lichterketten sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Steckdosen nicht überlastet werden.

Weihnachtsbaum sollte nicht austrocknen

Der Weihnachtsbaum sollte grundsätzlich in einem stabilen, mit Wasser gefüllten Ständer auf dem Boden stehen. Damit er nicht austrocknet und kein potenzielles Brandrisiko wird, sollte man den Baum regelmäßig gießen, rät die Straubinger Christbaum-Verkäuferin Claudia Hahn. Der Raum sollte zudem nicht zu stark beheizt sein - je wärmer, desto öfter müsse man Wasser nachfüllen. Zu nah an der Heizung oder mit Fußbodenheizung: "Das hält der stärkste Baum nicht lange aus." Vor dem Aufstellen kann man den Stumpf auch noch mal frisch ansägen, damit er Wasser besser aufnimmt.

Mehr Ratschläge rund um das Thema Weihnachtsbaum lesen Sie hier mit idowa.plus: Ihr erster Christbaum? Das sollten Sie wissen.

Kerzen besser nicht ausblasen

Kerzen am Christbaum sollten Sie immer von oben nach unten anzünden und von unten nach oben löschen. Die Prüforganisation Dekra rät hier, die Flammen nicht auszublasen, sondern besser mit einem Kerzenlöscher zu ersticken. Bei mangelhafter Dochtqualität oder Zugluft kann sich die Flamme nach dem Ausblasen sonst erneut entzünden. Am Christbaum gehören Kerzen generell nicht unter Äste oder Zweige, sondern sollten in festen Kerzenhaltern an freien Stellen im Baum stehen. Kerzen sollten zudem immer in ausreichendem Sicherheitsabstand zu brennbaren Stoffen wie Gardinen stehen.

Löschwasser und Vorsichtsmaßnahmen

Die Feuerwehr empfiehlt außerdem, einen vollen Wassereimer mit einem großen Lappen oder eine Gießkanne in greifbarer Nähe zu Baum und Adventskranz bereitzustellen. Kann ein kleiner Brand nicht sofort gelöscht werden, sollten Sie den Raum verlassen, die Türen schließen und sofort via Notruf 112 die Feuerwehr alarmieren. Legen Sie vorher schon Fluchtwege für den Brandfall fest und halten Sie diese zu jeder Zeit frei.

Sie sollten den Weihnachtsbaum nie unbeaufsichtigt lassen und immer auch Kinder sowie Haustiere im Auge behalten. Üben Sie den Ernstfall auch mit Ihren Kindern – sie sollten wissen, dass man sich bei einem Brand auf keinen Fall verstecken darf, und auch die Notrufnummer 112 der Feuerwehr kennen.

Und zuletzt: Schon ein einziger Feuerlöscher im Haushalt kann Schlimmes verhindern und die Installation von Rauchwarnmeldern kann Leben retten. Zweiteres ist in Privathaushalten inzwischen bundesweit Pflicht.

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