Bogens neuer Trainer Barbaros Yalcin: "Es hat wieder gekribbelt"

Neuer Trainer beim TSV Bogen: Barbaros Yalcin. Foto: Fabian Roßmann

Der neue Trainer Barbaros Yalcin hat die Arbeit beim TSV Bogen aufgenommen. Er fordert Leidenschaft von seinem Team - und startet am Samstag mit dem Derby beim VfB Straubing.

"Es hat wieder gekribbelt", sagt Barbaros Yalcin. Der Fußballtrainer hat in den vergangenen Jahren keine Mannschaft mehr trainiert, die Familie stand für ihn im Mittelpunkt. "Mein Sohn ist Fußballprofi, meine Tochter studiert in Essen, die haben auch ein Recht auf ihren Papa", sagt er. Inzwischen seien die Kinder aber selbstständig und bei ihm kam kurz vor dem Sommer das Gefühl auf, gerne wieder mit einer Mannschaft arbeiten zu wollen. Nachdem der Familienrat sein Okay gegeben hatte, freute sich Yalcin, als vor wenigen Wochen sein Handy klingelte und ihn der TSV Bogen als Trainer verpflichten wollte.

Am Samstag hat Yalcin nun seine Arbeit als neuer Coach des Landesligisten aufgenommen, setzte für den Vormittag eine Trainingseinheit an. Weil eine Vorbereitungsphase fehlt und er mitten in der laufenden Saison einsteigt, geht es für ihn erst einmal darum, dass er schnell die Mannschaft und die Spieler ihn als Trainer kennenlernen. "Es ist einfach etwas anderes, ob man eine Mannschaft von außen beobachtet oder selbst mir ihr auf dem Trainingsplatz steht", sagt er.

Erfolgreiche Ergebnisse

Deshalb standen zu Beginn Spielformen auf dem Plan: "Damit ich schnell sehe, welcher Spieler was kann." Positiv ist, dass er die Mannschaft nach Erfolgserlebnissen übernommen hat. Sieben Punkte holte das Team aus den letzten drei Spielen. "Helmut Muhr und Marco Kenneder haben fantastische Arbeit geleistet", lobt er die beiden Interimstrainer.

Sportlich ist die Situation trotz der jüngsten positiven Ergebnisse aber ernst, die Rautenstädter befinden sich nach wie vor auf einem Abstiegs-Relegationsplatz. "Durch die letzten Erfolge ist der Anschluss wieder geschafft", sagt Yalcin. Er ist der Meinung, dass Bogen vom Potenzial her durchaus ein paar Plätze weiter oben sein könnte. "Aber da muss man erst hinkommen, das wird keine Selbstverständlichkeit." Der neue Trainer will auch nicht in erster Linie nach oben schauen. "Das übergeordnete Ziel für uns ist ganz klar der Klassenerhalt. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, bin ich aber auch davon überzeugt, dass wir das erreichen können."

Ganz wichtig: Vertrauen

Yalcin hat auf eine Aufgabe gewartet, die zu ihm passt. "Nicht jeder Trainer kann jede Mannschaft und jeden Verein trainieren", so seine Meinung. Bei Bogen hat er aber ein gutes Gefühl. "Hier sind tolle Menschen in der Verantwortung, die mit viel Herzblut dabei sind. Hier steht eine Einheit hinter dem Verein, das gefällt mir", sagt er. Und auch die Struktur der Mannschaft gefällt dem ehemaligen Jugendtrainer: "Da sind gute Jungs dabei. Wir haben eine sehr junge Truppe mit Perspektiven. Jetzt müssen wir schauen, dass wir dieses Potenzial auf den Platz bringen und die Spieler auf das nächste Niveau bringen."

Im Umgang mit dem Team ist ihm dabei vor allem eines wichtig: Vertrauen. "Als Trainer musst du es schaffen, dass dir die Spieler vertrauen, dass sie dir folgen und annehmen, was du ihnen vermitteln willst." Von den Spielern verlangt er derweil, dass sie "offen, ehrlich, lernwillig, entschlossen und leidenschaftlich" sind. "Die Einstellung entscheidet über Spiele, nicht die Aufstellung", ist für ihn ein Credo: "Die Einstellung zum Sport muss passe. Ich will, dass die Jungs den Zuschauern und den Verantwortlichen von der ersten bis zur letzten Minute zeigen, dass sie Gas geben." Und das am besten schon am kommenden Samstag, dann steht nämlich das Landkreisderby beim VfB Straubing an. Es wird Yalcins Debüt als Bogener Trainer und bei dem Spiel dürfte das Kribbeln erst recht wieder zu spüren sein.

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