Wenn sich ein gebürtiger Westcoastler aus Washington-State, ein Italiener und ein Engländer in Hamburg treffen und dann zusammentun, kann nur interessante Musik rauskommen. Und das tut sie bei den "Mighty Oaks", was so viel wie "mächtige Eichen" bedeutet. Die Berliner Band macht feinen Folk, der anregt zu Lagerfeuerromantik und guter Laune. Ihr Debüt-Album "Howl" erreichte auf Anhieb Top-Ten-Status. Am Sonntag, 8. Juni, stehen Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders beim Pfingst-Open-Air voraussichtlich gegen 20 Uhr auf der Bühne. Im Interview erklären sie, wie ihre Herkunft ihre Musik beeinflusst, warum ihr Name immer noch zu ihnen passt und wer "saugute Fans" sind.

Ihr kommt alle drei aus verschiedenen Ländern. Welche Einflüsse eurer Herkunft bringt jeder von euch in die Band mit?

Wir wohnen alle schon ein bisschen länger in Deutschland und sind definitiv etwas eingedeutscht. Unsere Herkünfte und Nationalitäten prägen die Musik nicht so krass, ehrlich gesagt. Wenn dann eher bei Ian, der die Grundlage für die Songs und auch die Texte schreibt. Daher haben die Lieder teilweise schon ein amerikanisches Gefühl.

Was hat es mit eurem Bandnamen "Mighty Oaks" auf sich? Klingt ziemlich furchteinflößend im Gegensatz zu eurer sehnsuchtsvollen Folk-Musik - also, warum nicht sanfte Birken?

Naja, der Bandname muss nicht die Musik ansprechen. Zu der Zeit, als wir uns kennengelernt haben, waren wir drei unbekannte Singer-Songwriter. Als wir uns entschlossen haben, zusammen Musik zu machen, haben wir das gemacht mit dem Traum, etwas Großes zu schaffen. Wir kamen dann auf den Spruch "mighty oaks from little acorns grow" und fanden das passend zu uns. Wir waren die kleinen Eicheln und dachten, zusammen könnten wir wohl mächtiger werden.

Ihr lebt alle seit Längerem in Berlin, im Norden. Sind die bayerischen Fans anders als die Berliner oder Konzertbesucher im Ausland?

Deutsche Fans sind allgemein saugute! Wir haben nicht oft genug in Berlin und München gespielt, um zu sagen, was die Unterschiede sind. Deutsche Fans sind aber echt respektvoll, hören sehr genau zu und fiebern und feiern mit. Es ist immer wieder schön, vor deutschem Publikum aufzutreten.

Im Februar ist euer Debüt-Album erschienen und war sofort sehr erfolgreich. Habt ihr diesen Erfolg schon verarbeitet, schwimmt ihr nun auf einer Glückswelle oder hat sich für euch gar nicht so viel verändert?

Wir haben ganz lange an der Platte gearbeitet. Es ist ja unsere erste Platte und man hat nur die eine Chance auf das erste Album. Unser Ziel war aber immer einfach und direkt: glücklich mit allen Liedern auf dem Album zu sein. Also keine "Füller-Tracks" oder Ähnliches. Wir haben das auch geschafft. Wir sind echt stolz auf alle Lieder und auch darauf, wie die alle zusammenpassen. Dass das Album direkt in die Top Ten ging, hat uns komplett weggehauen. Das war nie erwartet und wir waren natürlich extrem happy. Aber Charts und Verkäufe sind nicht die Gründe, warum wir Musik machen. Wir sind viel glücklicher, dass die Konzerte ausverkauft sind und dass wir die Konzerte mit so vielen Leuten mitfeiern dürfen. Bodenständig bleiben ist immer unser Ziel und der Weg vorwärts. Wir nehmen jeden Tag, wie er kommt, und konzentrieren uns so viel wie's geht auf die Mukke.